Bayern 2

Katholische Welt Kirchliche Verbrechen an unehelichen Kindern

Gedenkstätte im irischen Tuam | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 17.09.2017
08:05 bis 08:30 Uhr

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Bayern 2

Und der Erzbischof schweigt
Wie Irland mit kirchlichen Verbrechen an unehelichen Kindern umgeht
Von Thomas Kruchem
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Im März 2017 bestätigte Irlands Regierung: Katholische Nonnen hatten zwischen 1925 und 1961 bis zu 800 Kleinkinder in Klärgruben ihres Mutter-Kind-Heims im Städtchen Tuam "entsorgt". Fast alle Kinder waren an Unterernährung und heilbaren Krankheiten gestorben. Im strikt katholischen Irland jener Zeit wurden ledige Mütter zwangsweise in kirchlichen Heimen entbunden und nach einem Jahr von ihren Babys getrennt. Hübsche Kinder verhökerten die Nonnen zur Adoption nach Amerika; auf die übriggebliebenen wartete ein Horror-Dasein. Heute schweigt die Kirche zu den Geschehnissen in Tuam und anderen Heimen - die seit 2015 eine staatliche Kommission untersucht. Die Kommission jedoch arbeitet extrem langsam und unterwirft alles von ihr ausgewertete Material der Geheimhaltung. Das spiegle eine bis heute vorherrschende Kultur des Vergessens und Verdrängens im Umgang mit Verbrechen der katholischen Kirche, sagen Betroffene und Menschenrechtler.

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