Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Vom Witz Italo Calvinos und der Parodie in der Musik

Italo Calvino | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 12.09.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Italo Calvino
Von unsichtbaren Städten, Bäumen und Baronen

Die musikalische Parodie
Es muss nicht immer lustig sein!

Das Kalenderblatt
12.9.1959
Erste Folge der Fernsehserie "Bonanza"
Von Thomas Grasberger

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Italo Calvino - Von unsichtbaren Städten, Bäumen und Baronen
Autorin: Christine Hamel / Regie: Susi Weichselbaumer
Der Freund und Schriftstellerkollege Cesare Pavese nannte Italo Calvino einmal „Eichhörnchen der Feder“ - wegen seines leichten, raschen und beweglichen Stils. Ein Stil, der lustvoll auf dem Grat zwischen Wirklichkeit und Märchen balanciert und immer auch den Schein ernst nimmt. Italo Calvino, der 1923 auf Cuba als Sohn italienischer Eltern geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Spezialität: Die Schaffung von Erzähllabyrinthen. Schließlich gehört das sich Verirren zu den ganz grundsätzlichen Lebenserfahrungen. Und Schalk und Witz Italo Calvinos reichen auch für ein paar Umwege. Da ruft beispielsweise einmal ein Mann vor einem Haus stehend nach „Teresa“ in den oberen Stockwerken. Ein Passant kommt rufend zur Hilfe! Te-reee-saaa! Im Nu ist die Straße voller Menschen, die alle nach Teresa rufen. „Es klang sehr gut. Allerdings antwortet niemand.“ Eine Teresa, bekennt der erste Rufer, gebe es gar nicht in jenem Haus. Man könne auch etwas anderes rufen. Darauf Italo Calvino durch den Mund eines weiteren Rufers: „Wir können ja noch einmal Teresa rufen, und dann gehen wir alle nach Hause.“ Mediterrane Wärme mischt sich bei diesem Autor auf schönste Weise mit Humor. Doch auch in öffentlichen Debatten fehlte Calvinos Stimme nicht: Der Schriftsteller, der in der Resistenza gegen die deutschen Faschisten kämpfte, war Mitglied der Kommunistischen Partei, arbeitete als Lektor des Einaudi-Verlags in Turin und schrieb für Zeitungen und Zeitschriften. Christine Hamel stellt Leben und Werk eines großen europäischen Autors vor.

Die musikalische Parodie - Es muss nicht immer lustig sein!
Autor und Regie: Markus Vanhoefer
Kann Musik wirklich lustig sein? Natürlich kann sie das, vor allem, wenn sie bekannte Klänge sehr zum Amüsement des Publikums ironisch verfremdet. Parodie wird das Verfahren genannt, das durch scherzhafte Nachahmung Musik ins Komisch-Satirische (ver)biegt. Von Mozart bis Strawinsky haben sich viele große Komponisten dieses Verfahrens mit kreativer Lust bedient. Da werden heißblütige CanCan-Tänzerinnen zu lahmen Schildkröten, eine Kammerorchester zur derben Bauernkapelle und ein grotesker Marsch legt den Irrsinn des Militarismus bloß. Bis zur Musik der Bachzeit hatte der Begriff "Parodie" jedoch eine andere, ernste Bedeutung. Auch davon wird in der Sendung die Rede sein.

Mo9deration: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann

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