Bayern 2

Evangelische Perspektiven Bodypositivity und Schöpfungsspiritualität

Bodypositivity | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 10.09.2017
08:30 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

"Mein Körper, mein Tempel"
Bodypositivity und Schöpfungsspiritualität
Von Antje Dechert und Friederike Weede
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

"Thigh-Gap", "Ab-Crack" und "Hip-Dent" - Körper unterliegen im Zeitalter von Selfies und HD-Videos einem strengeren Schönheitsdiktat denn je. Selbst früher unbeachtete Detailausschnitte stehen im Fokus: Von der Delle im wohltrainierten Gesäßmuskel bis hin zur senkrechten Rille im Bauchgewebe, das als Ausweis perfekter  Körperoptimierung gilt. Der Druck gängiger Schönheitsideale wächst, zugleich sind immer weniger Menschen zufrieden mit ihrem Körper. Die Religion bietet für diese Volkskrankheit scheinbar auch keine Heilung. Das christliche Mantra - "Du bist schön, weil Du Gottes Ebenbild bist" - verliert in der Welt der Modelcastings und Beautygurus an Überzeugungskraft und verhallt. Dabei ist die Liebe zum Körper - in all seiner schöpfungsgemäßen Pracht - etwas Urchristliches. Sie begegnet einem in den Briefen des Apostels Paulus,  in der Mystik einer Teresa von Avila oder einer Hildegard von Bingen ebenso wie in  zeitgenössischer "embodied theology" des amerikanischen Sprachraums oder in feministischer Befreiungstheologie. Aktuell befindet sich die Schöpfungsspiritualität - analog zu einem neu erwachten Interesse für die Natur - im Aufwind und mit ihr erwacht bei vielen Menschen eine geradezu trotzige Freude am eigenen Körper in all seiner Einzigartigkeit - seiner Schwabbeligkeit, Haarigkeit oder seiner normsprengenden Plussize-Ästhetik. Bodypositivity lautet der Slogan einer neuen Bewegung von Männern und vor allem Frauen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, sich zu lieben so wie sie sind. "Alles oberflächliche  Narzissten", lästern Kritiker des Phänomens und übersehen dabei die grundlegende Einsicht hinter der goldenen Regel des Christentums - Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst: Nur wer sich selbst bedingungslos liebt, ist frei genug, sich dem Nächsten zuzuwenden.

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