Bayern 2

radioTexte am Donnerstag Max Mohr: Venus in den Fischen (5/5)

Sir Max Mohr (Bayerischer Dichter) | Bild: United Archives/TopFoto/Süddeutsche Zeitung Photo

Donnerstag, 07.09.2017
21:05 bis 22:00 Uhr

Bayern 2

Großstadtsatire zwischen Tegernsee und Berlin: der Aussteiger-Dichter Max Mohr schrieb von Bayern aus ganz schön bissig über die Hauptstadt. Fünfteilige Lesung mit Ueli Jäggi

Ausgewählte Beiträge als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

In den deutschsprachigen Literaturgeschichten der Gegenwart sucht man den Namen Max Mohr oft vergebens. Der Schriftsteller - geboren 1891 in Würzburg - wurde auf doppelte Weise zum Opfer der nationalsozialistischen Barbarei. Er musste aus Deutschland emigrieren und lebte in Shanghai bis zu seinem plötzlichen Tod im November 1937. Und seine Bücher - Romane, Erzählungen und Theaterstücke - gerieten in Vergessenheit. Dieses Schicksal teilte Max Mohr mit vielen seiner Kollegen. Dabei gehörte er in den Jahren der Weimarer Republik durchaus zu den bekannteren Autoren. Sein Werk wurde auf vielen Theaterbühnen gespielt, Autoren wie Carl Zuckmayer oder Bruno Frank schätzten die Bücher von Max Mohr, D.H. Lawrence zählte zu seinen Freunden. Seit einigen Jahren sorgt der Bonner Weidle-Verlag für eine Wiederentdeckung des bayerischen Erzählers. Wichtige Romane - darunter die Großstadtsatire "Venus in den Fischen" - wurden neu veröffentlicht und damit gerettet.

In seinem Berlin-Roman aus den 20er Jahren entwarf Max Mohr ein hinreißend-satirisches Großstadt-Panorama. Er erzählt von astrologischen Heilanstalten, betagten Sternendeutern, Liebessorgen, Geschlechterbildern und Elternsegen, das alles in einer besonderen Sprache und mit einer großen Liebe zur Gesellschaftskritik. Das Buch entstand - wie überhaupt ein großer Teil des Werkes von Max Mohr - in der Nähe von Rottach am Tegernsee. Der studierte Mediziner und leidenschaftliche Bergsteiger ließ sich dort 1920 nieder, er erwarb zusammen mit seiner Frau den Löblhof in der Wolfsgrub und wollte allein vom Schreiben leben. Immer wieder fuhr Max Mohr nach Berlin, um dort Anregungen für seine Prosa zu finden. In den radioTexten am Donnerstag - im Sommerradio auf Bayern 2 - wird sein eigenwilliges und himmelskundiges Großstadt-Panorama vorgestellt. Ueli Jäggi liest Max Mohrs Roman "Venus in den Fischen", in einer Produktion des SRF aus dem Jahr 2010, in fünf Folgen in der klassischen Lesung. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp.

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