Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Ritter zwischen Alltag und Epos

Ritter in Rüstung | Bild: colourbox.com

Montag, 04.09.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Die Ritter
Gezähmte Gewalt

Wolfram von Eschenbach
Parzival

Das Kalenderblatt
4.9.1952
Ernest Hemingways Roman "Der alte Mann und das Meer" erscheint
Von Brigitte Kohn

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Die Ritter - Gezähmte Gewalt
Autor: Klaus Uhrig / Regie: Martin Trauner
Ritter sein, das bedeutet: Ein Ehrenmann sein. Einer, der alle Unbewaffneten schützt - Witwen, Waisen, Priester. Ritter sein, das bedeutet aber auch: Kämpfen, Töten, Erobern. Ein Ritter ist ein Elitekrieger, der mit Rüstung, Pferd und Lanze ganze Heerscharen an schlechter ausgestatteten Kämpfern aufwiegen kann. Ein Meister im Handwerk des Krieges. Ein Widerspruch ist das nicht. Es ist vielmehr die Konsequenz aus der Entstehungsgeschichte des Rittertums. Denn es waren nicht etwa die mittelalterlichen Reiterkämpfer selbst, die sich dem Ehrenkodex des Rittertums unterwarfen. Diese Bewegung ging von der Kirche aus. Entsetzt von der Brutalität der damaligen Kämpfer ersann der Klerus eine Reihe von Regeln, die die ausufernde Gewalt zumindest ein wenig eindämmen sollten. Es war die Geburtsstunde eines Standes, der sehr mehr sein sollte, als nur eine Krieger-Elite: Einer der Stützpfeiler der abendländischen Zivilisation.

Wolfram von Eschenbach - Parzival
Autorin: Christine Pitzke / Regie: Martin Trauner
Ein "Bühnenweihfestspiel" hat Wagner sein letztes vollendetes Musikdrama untertitelt. Der Tempel dafür: Bayreuth, für dessen Akustik das Werk komponiert wurde. Weihevolle Musik, eine Reliquienenthüllung, eine Eucharistie und eine Taufe auf offener Bühne. Und eine Menge bizarrer Gestalten: "Ein von eigener Hand entmannter Zauberer; ein desperates Doppelwesen aus Verderberin und büßender Magdalena mit kataplektischen Übergangszuständen zwischen den beiden Existenzformen; ein liebesiecher Oberpriester, der auf die Erlösung durch einen keuschen Knaben harrt; dieser reine Tor und Erlöserknabe selbst (...) in seiner Art ebenfalls ein Fall von entlegener Sonderbarkeit", bemerkte Thomas Mann.
Mit "Parsifal" stiftet Wagner nicht nur eine Kunstreligion, entwirft mit Kundry nicht nur eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Operngeschichte, sondern komponiert auch eine Musik höchster Intensität. "Einmalig, edel, ungeahnt", empfand sie Claude Debussy, das "Größte" nannte es Gustav Mahler und Friedrich Nietzsche fragte: "Hat Wagner je etwas besser gemacht?"

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Petra Herrmann

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