Bayern 2

radioWissen Tiere, die nicht jeder mag …

Philippinische Segelechse | Bild: picture-alliance/dpa

Freitag, 01.09.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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Bayern 2

Amphibien und Reptilien
Glatt, glitschig und genial vielseitig

Die Kröte
Lautstark und geheimnisvoll

Das Kalenderblatt
1.9.1949
Helene Weigel und Bertolt Brecht gründen das Berliner Ensemble
Von Justina Schreiber

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Amphibien und Reptilien - Glatt, glitschig und genial vielseitig
Autorin: Iska Schreglmann / Regie: Sabine Kienhöfer
Säugetiere wie die Maus, Vögel wie der Habicht und Reptilien wie die Schlange - sie alle würde es nicht geben ohne die Amphibien! Als Urahnen aller Landwirbeltiere haben die Amphibien vor Hunderten von Jahrmillionen den Schritt aus dem Wasser ans Land geschafft und sich zu einer extrem vielfältigen Klasse entwickelt: Fast 7.000 Arten von Amphibien gibt es heute und jährlich werden etwa 200 neue entdeckt. Die meisten dieser Lurche leben als Larve im Wasser und wandeln sich anschließend zum Landlebewesen. Um zu überleben, haben Amphibien erstaunliche Anpassungsstrategien entwickelt: So überwintern manche Frösche, indem sie sich auf den Grund eines Teiches sinken lassen und ihren Stoffwechsel derart verlangsamen, dass das Herz nur noch wenige Male in der Minute schlägt. Ihre stammesgeschichtlichen Nachfahren, die Reptilien, stehen ihnen in Erfindungsreichtum nicht nach: Manche Echsen verlieren im Kampf um Leben und Tod ihren Schwanz, der den Fressfeind durch heftige Zuckungen ablenkt. Lederschildkröten können bis in eine Tiefe von 1.200 Metern tauchen und die Rennechse schafft es an Land immerhin auf eine Geschwindigkeit von fast 30 Stundenkilometern - Reptilien und Amphibien sind gleichermaßen rekordverdächtig!

Die Kröte - Lautstark und geheimnisvoll
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Christiane Klenz
"Dick und hässlich, fett und grässlich ..." wie hier in Christian Andersens Märchen "Die Kröte" sind diese Tiere zunächst keine Sympathieträger: Ihre Haut ist schleimig und warzig, ihre Laute gelten nicht als schön, ihr Anblick provoziert eher Ekel als Interesse. In der Kulturgeschichte spiegeln sich diese negativen Zuschreibungen wider: Die Kröte gilt - mehr noch als der artverwandte Frosch - als Tier des Teufels, das in keinem Hexentrank fehlen darf. Auch die Naturforscher der Aufklärung wie Carl von Linné konnten sich dem nicht entziehen: "Diese widerlichen, ekelerregenden Tiere sind verabscheuungswürdig...". Heutige Zoologen widmen sich den etwa 500 verschiedenen Arten von Kröten mit zunehmendem Interesse, weil ihr Lebensraum durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten begrenzt und ihr Überleben durch Pestizideinsatz in der Landwirtschaft weltweit gefährdet ist. Andererseits werden vor allem in Südostasien immer wieder neue Arten von Kröten und anderer Froschlurchen entdeckt.

Moderation: Leslie Rowe
Redaktion: Bernhard Kastner

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