Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Alfred Jarry und das Radfahren

Alfred Jarry, Photographie 1896 | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 29.08.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Alfred Jarry
König Ubu

Radausflüge
Ein literarischer Tritt in die Pedale

Das Kalenderblatt
29.8.1951
Erster Micky-Maus-Comic in Deutschland
Von Markus Mähner

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Alfred Jarry - König Ubu
Autorin und Regie: Susi Weichselbaumer
1896. Ein Dezemberabend. Das mondäne Paris nimmt in den Logen des Theậtre de L´Œuvre Platz. Jovial grüßt man; man kennt sich. Bislang unbekannt ist allerdings, was passiert, als der Vorhang aufgeht. Ein gewisser Père Ubu betritt die Bühne. Kugelrund mit einer dicken schwarzen Spirale auf dem weißen Wanst, flucht er unverblümt drauflos: "Merdre!"
Da wagt nicht nur jemand, vor aller Ohren „Scheiße“ zu sagen, da erfindet sich einer sogar noch eine Steigerung des Wortes, die „expressive Scheiße“, wenn man so will? Das Premierenpublikum ist entsetzt. Der Autor des Stückes, der 23-jährige Alfred Jarry, jedoch wird mit seinem Ubu, dieser grausam-komischen Version vom Spießer, der das Zeug zum Massenmörder hat, weltberühmt werden. Dadaisten, Surrealisten, Anhänger des Absurden Theaters erkennen den Schriftsteller später als absoluten Vorreiter an. Jarry erlebt diesen Ruhm nicht mehr, er stirbt knapp zehn Jahre nach der legendären Premiere seines Skandalstücks: zu viel der Absinth, zu unstet der Lebenswandel, wenn man den zahlreichen Legenden glaubt. "Zu schade", meint seine Fangemeinde bis heute. Oder um es ubuesque auszudrücken: "Merdre!"

Radausflüge - Ein literarischer Tritt in die Pedale
Autorin: Christiane Neukirch / Regie: Irene Schuck
Fahrraddiebstahl - das ist ein Verbrechen, fast so schlimm wie Mord. Denn es raubt dem Menschen nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Symbol der Freiheit seines Seins und Denkens. "Das Fahrrad an den Hörnern zu packen und hinauszuschwärmen in eine Welt voller Abenteuer: Das ist seit fast 200 Jahren die Leidenschaft von Visionären und Nonkonformisten, von emanzipierten Frauen oder genießerischen Poeten", heißt es im Vorwort einer Sammlung von Fahrradgeschichten namhafter radelnder Autoren, unter ihnen Mark Twain, Heinrich Böll und Arthur Conan Doyle. Ja, auch Sherlock Holmes war Radfahrer; und es bleibt zu hoffen, dass er mehr als einem Freiheitsräuber das Handwerk gelegt hat.

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion: Petra Herrmann

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