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Kardinal Reinhard Marx Nicht jeder Flüchtling kann bleiben

Wer nach Deutschland flieht, der müsse menschenwürdig behandelt werden. Das heiße aber nicht, dass jeder bleiben könne, sagte Kardinal Reinhard Marx im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

Stand: 15.02.2016

In der Flüchtlingskrise braucht es eine internationale und weitreichende Lösung, betonte Kardinal Reinhard Marx im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2. "Unsere Verantwortung endet nicht an unseren Grenzen", sagte er - und ergänzte: "Auch in dieser schwierigen Situation gilt es einige Basics im Blick zu behalten."

"Jeder, der deutschen und europäischen Boden betritt, der muss menschenwürdig behandelt werden, der bekommt ein faires Verfahren. Und die, die nicht bei uns bleiben können, das ist ja durchaus möglich, die müssen dann in einer menschenwürdigen Weise eine Zukunft haben. Das ist mit unsere Verantwortung. Aber das heißt nicht, dass jeder bleiben kann."

Kardinal Reinhard Marx im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

Zur Person

Seit 2014 ist Kardinal Reinhard Marx der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Erzbischof von München und Freising ist er seit 2008.

Statt Grenzschließungen, brauche es verlässliche Asylverfahren, so Kardinal Marx im radioWelt-Interview. Er sagte: "Jetzt müssen wir wirklich realistisch auf die Situation schauen. Man muss schon hinschauen, wird wirklich gründlich und verlässlich geprüft, hat jemand ein Recht auf Asyl und dann darf er nicht abgewiesen werden. Gibt es andere, die dieses Recht nicht haben?"

"Es wäre ein Scheitern der europäischen Politik, wenn wir in einem noch immer christlich geprägten Kontinent nicht in der Lage sind, menschenwürdig mit dieser Lage umzugehen."

Kardinal Reinhard Marx

Zum Hintergrund

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz findet von 15. bis 18. Februar im Kloster Schöntal (Bistum Rottenburg-Stuttgart) statt.


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