Bayern 2 - radioWelt


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Joachim Rukwied, Deutscher Bauernverband Rekordernten anderswo, gedrückte Preise - das schmerzt

Der verregnete Sommer hat den Landwirten die Getreide- und Raps-Ernte "verhagelt", klagt Joachim Rukwied. In den USA und in Russland sehe die Bilanz viel besser aus, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes in der radioWelt auf Bayern 2.

Stand: 19.08.2016

Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes im Juli 2016 auf einem Getreidefeld | Bild: picture-alliance/dpa

Die Erntebilanz fällt heuer nicht so gut aus wie erhofft: "In diesem Jahr schaut es schlecht aus. Wir haben Ertragsrückgänge gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent. Und auch gegenüber dem langjährigen Mittel um 10 Prozent", sagt Joachim Rukwied vom Deutschen Bauernverband in der radioWelt auf Bayern 2. 

Viel Regen, wenig Sonne - das hat Folgen

Joachim Rukwied macht die überdurchschnittlichen Niederschläge für die schlechte Ernte verantwortlich. Auch seien die Perioden, in denen die Sonne geschienen hat, zu kurz gewesen.

In vielen Landesteilen sei die Ernte noch gar nicht abgeschlossen, erklärte Rukwied. In Bayern stehen noch rund 15 Prozent des Weizens auf dem Feld. Die letzten Wochen, so der Präsident des Bauernverbandes, seien für die Bauern herausfordernd gewesen.

"Wir mussten das Getreide regelrecht, in der Bauernsprache sagt man, 'vom Feld stehlen'. Es gab nur wenige Stunden, in denen wir dreschen konnten."

Joachim Rukwied

"Ohne Pflanzenschutzmittel gäbe es heuer keine Kartoffeln"

Bei Kartoffeln habe es wegen der großen Nässe Probleme mit Pilz- und Infektionskrankheiten gegeben, betonte Rukwied.

"Wir sind froh, dass wir heute mit Pflanzenschutzmitteln die Pilzinfektionen bekämpfen können. Hätten wir diese nicht gehabt, gäbe es in diesem Jahr keine Kartoffeln."

Joachim Rukwied

Die Lage der Landwirte werde durch den zusätzlichen Preisdruck auf den Weltmärkten verschärft. In Russland werde es beim Getreide eine Rekordernte geben, auch in den USA laufe die Ernte überdurchschnittlich gut, erklärte Rukwied. "Das schmerzt uns als deutsche und unsere bayerischen Bauern doppelt."


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