Bayern 2 - radioWelt


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Entwicklungsminister Gerd Müller "Die Menschen wollen in ihrer Heimat bleiben"

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte im radioWelt-Interview, dass heimatnahe Hilfe für Flüchtlinge am sinnvollsten sei. "Sie wollen nicht nach Deutschland kommen. Das ist der letzte Ausweg", sagte er.

Stand: 15.02.2016

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, begrüßt die auf der Syrienkonferenz in München beschlossene Hilfslieferung nach Syrien und forderte eine rasche Umsetzung. "Schaffen wir dies nicht, ist die Alternative der Tod oder die Flucht Richtung Türkei. Die Türkei kann dies nicht alleine bewältigen und so werden die Flüchtlinge bei uns in Europa und in Deutschland ankommen", sagte er im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

Zur Person

Der CSU-Politiker Gerd Müller ist seit 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er ist seit 1994 im Bundestag.

"Der Handschlag zwischen den Amerikanern und den Russen in München war symbolisch und muss jetzt, heute oder morgen umgesetzt werden, in einer humanitären Großaktion", sagte Müller im radioWelt-Interview. Und weiter: "Das humanitäre Völkerrecht, das darf nicht in Frage gestellt werden."

Die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen

Bei Bekämpfung der Fluchtursachen setzt der Bundesentwicklungsminister auf die Menschen in den Regionen selbst. "Es herrscht ja nicht überall Krieg. Sondern es gibt auch bereits befriedete Zonen und dort können und müssen die Menschen ihre Dörfer selber wieder aufbauen." Im Nord-Irak soll noch diese Woche das Programm "Cash-For-Work" starten.

"Jeder der dort war, weiß sofort, der Schlüssel der Lösung liegt vor Ort. Die Menschen wollen in ihrer Heimat bleiben, wieder zurückkehren. Sie wollen nicht nach Deutschland kommen. Das ist der letzte Ausweg sozusagen aus brutaler Not, überlebenswichtig."

Gerd Müller im radioWelt-Interview auf Bayern 2

Damit die 10-Milliarden-Euro-Zusagen der europäischen Länder von der Geberkonferenz in London nicht auf dem Papier stehen bleibt, brauche es einen Koordinator, so Müller weiter. "Da denke ich immer wieder an Brüssel. Dies muss jetzt die Aufgabe eines Kommissionspräsidenten oder eines Flüchtlingskommissars sein, diese zehn Milliarden sofort in sinnvolle Wiederaufbau- und Investitionsprojekte jetzt umzusetzen."


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