Bayern 2 - radioWelt


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Ende der Welt Söders Planwirtschaft

Bestimmt haben Sie eine Heimat. Womöglich ist das sogar Bayern. Aber haben Sie auch einen Heimatplan oder gar eine Heimatstrategie?

Von: Helmut Schleich

Stand: 31.03.2017

Nicht? Sehen Sie, dann hat Ihnen der Söder wieder mal was voraus.

Die am Mittwoch beschlossene Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu ist nämlich in seinen Augen keine Zerstörung einer einzigartigen Naturlandschaft aus kurzsichtiger Profitgier Einzelner. Nein, die ist Teil einer Söderschen Strategie, die Bayern noch weiter nach vorne katapultieren soll, wie es eh schon ist.

So wie halt jedes Naturzerstörungswerk, das die CSU in den letzten Jahrzehnten geradezu manisch betrieben hat und betreibt. Und die Skischaukel Riedberger Horn war ja in dieser Woche nicht die einzige Segnung, die der heilige Markus von Nürnbergüber unser schönes Land gebracht hat.

Wie bei der dritten Startbahn oder der Isental Autobahn geht es auch bei der Lockerung des Anbindegebots für Gewerbegebiete nur darum, Bayern noch besser zu machen!

Um was für eine unglaublich clevere Truppe es sich bei unserer Staatsregierung handelt mag Nicht-Bayern vor Neid erblassen lassen. Just als die, als Skischaukelgegnerin bekannte, Umweltministerin Scharf in Indien weilte, setzte man das Thema auf die Tagesordnung des Kabinetts und erzielte, was für ein Wunder, Einstimmigkeit.

„Chachacha!“ - da lacht der Horst! Das sollte sich ein Gremium in Berlin oder Brüssel mal erlauben, zum Beispiel der Koalitionsausschuss. Wenn der Seehofer wieder mal beim Putin ist, beschließt man schnell die Homoehe oder das Aus für die Maut. Der Veitstanz der Christsozialen hätte gewiss historische Ausmaße!

Aber innerhalb der weißblauen Grenzen gehen die Uhren eben anders

Erst wenn an jeder Autobahnausfahrt im Freistaat und an jeder Schnellstraßenzufahrt ein BMW-Ersatzteillager, ein Amazon Versandzentrum und ein DHL-Logistikdrehkreuz steht, ist unsere Heimat wirklich so schön, wie es Fremdenverkehrsprospekte seit langem behaupten. Schließlich braucht auch der ländliche Raum in Bayern eine Entwicklungschance und die hieß bei der CSU schon immer Beton!

Stimmt nicht! Schiebt der Söder zur Sicherheit nach. Schließlich sind in Bayern nur 5,41% der Fläche zubetoniert und das ist, laut Markus, auf ein Fußballfeld umgerechnet gerade mal der halbe Strafraum, also ein Klacks! Ob das der Torhüter auch so sieht, wenn er sich beim Elfmeterschießen auf den Beton hechten muss ist eine andere Frage.

Aber wie sagte schon der große, christlich-soziale Politphilosoph Erwin Huber aus Reisbach? Wer den Teich trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen, genau! Und wer den Strafraum betoniert, nicht den Torwart!

Eben alles eine Frage der Perspektive.


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