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Ende der Welt Die Astronautin

Die Zukunft ist weiblich, das wissen wir schon lange. Höchste Zeit also die Frauen endlich auf den Mond zu schießen - oder zumindest zur Raumstation ISS.

Von: Helmut Schleich

Stand: 21.04.2017

Dem hat sich jetzt die Initiative „Die Astronautin" angenommen und diese Woche unter 400 Bewerberinnen die beiden Finalistinnen um das Rennen ins All gekürt. Klingt bisserl nach „Deutschland sucht die Super-Mondfahrerin“ aber egal, die gute Nachricht: es ist eine gebürtige Münchnerin dabei, eine Münchnerin im Himmel sozusagen.

Diese Tatsache erweitert natürlich das Bündel von Fragestellung rund um die erste Deutsche Frau im All gewaltig.

Bisher geht es da, im Ernst, um interessante Dinge wie das Verhalten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit. Da fragt man sich eh schon: Was erwartet man sich da für neue Erkenntnisse? Möglicherweise Details zum Sitz der Frisur nach Eintritt in den Orbit, oder das Bewegungsmuster des Inhaltes einer Damenhandtasche  außerhalb der Erdanziehung.

Aber jetzt stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie reagiert eine „Münchnerin im Himmel“? Vom „Münchner im Himmel“ ist ja überliefert, dass er sich dort gar nicht wohl fühlte und seinem Unmut derart massiv Ausdruck verlieh, dass man ihn umgehend auf die Erde zurückschickte. Wird das bei der Münchnerin am Ende ähnlich verlaufen und man hört’s aus der Raumstation ISS tönen: „Eia Astronautennahrung kennt’s selber sauf’n, aber ich trink kein Weißbierpulver nicht!“ „Einen Packerlknödl sollt ich essen - mei Liaba, da wennst mir nicht gehst mit deinem Packerlknedl!“ „Luja sog I, zefix halleluja!“

Wohl kaum. Die erste Italienerin im All hat vor einiger Zeit schließlich sogar ihre eigene Espressomaschine mit ins Weltall genommen um dort nicht auf ihren Cafè crema verzichten zu müssen und die Münchner sind ja auch schon lange nicht mehr so, wie sie Ludwig Thoma vor gut hundert Jahren beschrieben hat.

Einer Münchnerin im Himmel brennen doch heute ganz andere Fragen unter den gestylten Nägeln

Einer Münchnerin im Himmel brennen doch heute ganz andere Fragen unter den gestylten Nägeln: Kann man da Cabrio fahren? Wo kann man parken? Wer kommt alles? Was ist sonst noch los? Hugo oder Aperol Sprizz?

Und außerdem geht es bei diesem Astronautinnen-Casting nicht um Lifestyle sondern darum, Mädchen und Frauen für technische Berufe zu begeistern.

Da allerdings die Zahl der Arbeitsplätze als „deutsche Astronautin“ auch in Zukunft relativ überschaubar bleiben dürfte, werden wohl viele Junge sagen: Das kennen wir schon von „Germany’s next top model“. Erst versprechen sie dir den Beruf Promi als Everybodie’s Darling und enden tust als Everybodie’s Depp. Da brauche ich mich nicht ins All schießen lassen dafür, das kriege ich beim Bohlen auch.

Eben alles eine Frage der Perspektive.


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