Bayern 2 - radioWelt


3

Bankenexperte Hans-Peter Burghof zur Deutschen Bank "Mit Kultur einer Räuberbande kann man keine Geschäfte machen"

"Man hat Leute an Bord gebracht, die ganz andere Moralvorstellungen haben, was die Geschäfte angeht, als das ursprünglich mal in der Deutschen Bank verankert war", meint Prof. Hans-Peter Burghof über die Ursachen der Misere bei der Deutschen Bank.

Stand: 28.01.2016

Die Deutsche Bank stellt heute Details zu ihrer Jahresbilanz vor. Eines ist schon jetzt klar: Der Verlust der Bank ist so hoch wie nie in der Unternehmensgeschichte, er beträgt mehr als 6,7 Milliarden Euro. 

Zur Person

Prof. Hans-Peter Burghof hat den Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim.

Vorstandschef John Cryan muss viele Fehler seiner Vorgänger korrigieren, meint der Finanzwissenschaftler Prof. Hans-Peter Burghof. "Es geht nicht, dass man in Deutschland Bankgeschäfte macht wie in den USA", sagte er im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

Die Deutsche Bank wieder "deutscher" machen

John Cryan, neuer Co-Vorstandsvorsitzender bei der Deutschen Bank | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Deutsche Bank Bilanz "Weiter so" ist keine Option

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 6,8 Milliarden Euro geschrieben. 2,1 Milliarden Euro beträgt das Minus allein im vierten Quartal. Dies alles soll Konzernchef Cryan heute auf der Bilanzpressekonferenz erklären. Von Felix Lincke [mehr]


In der Vergangenheit hat die Deutsche Bank, so Hans-Peter Burghof, die Kunden teilweise auf den Holzweg geschickt, ihnen unter anderem Derivate verkauft, die die Kunden überhaupt nicht brauchen konnten. Hans-Peter Burghof erinnert an die Vorwürfe, Mitarbeiter der Bank hätten den Leitzins Libor manipuliert.

John Cryan sollte die Deutsche Bank wieder "deutscher" machen, das sei näher an der Erwartung der Kunden. Diese wollen darauf bauen, dass sie ihre Bank nicht "übers Ohr haut".


3