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Schwieriger Nachlass Das Haus eines Verstorbenen wird inspiziert

Ein Mann hinterlässt ein Haus mit Inventar – solider Mittelstand, Großstadtrand, gute Wohngegend. Der Verstorbene hatte offenbar keine Hinterbliebenen. In einem solchen Fall werden von deutschen Gerichten Nachlasspfleger, meist sind es Juristen, bestellt und mit der Angelegenheit betraut. Oft ist es das Finanzamt, das das Amtsgericht informiert, wenn etwa keine Grundsteuer mehr bezahlt wird.

Von: Anja Kempe

Stand: 09.02.2017

Der Nachlasspfleger lässt durch einen Schlüsseldienst das Haus öffnen. Gemeinsam mit Gutachtern sichtet und schätzt er den hinterlassenen Gesamtwert. Und er sucht nach einem Testament oder anderen Hinweisen auf mögliche Erben. Werden keine Erben gefunden, fällt der Nachlass dem Staat oder dem Land zu.

Per Familienstammbuch sind möglicherweise Erbberechtigte zu ermitteln

Wo könnten Hinweise auf mögliche Erben sein, wo ist Schmuck zu finden? In Koffern, in Kartons, in Schubladen vielleicht. Der Nachlassverwalter muss alles durchsuchen. Alte vergessene Sparbücher sind oft wertvoll, denn auch bei kleinen Beträgen haben sich Zinsen und Zinseszinsen angesammelt. Und unter Teppichböden sind manchmal Geldscheine versteckt. Eine solche Durchsuchung bis in die intimsten Bereiche Verstorbener wirft viele Fragen auf: Wie ist beispielsweise die Vorgehensweise, wenn eine Immobilie als 'Ruine' hinterlassen wird, ein verseuchtes Grundstück, ein Messie-Haushalt?

Die Entsorgung von Inventar verursacht Kosten

Und welchen Wert stellen 3000 Bücher dar? Viele Leute vergessen einfach, dass sie irgendwann einmal Erblasser sein werden, sie bereiten sich nicht darauf vor. Sie rechnen nicht damit, dass ein amtlicher Inspekteur ihren Haushalt durchleuchten könnte und darüber entscheidet, was mit ihrem Eigentum geschieht. Doch wer wäre aus der Sicht eines Nachlassverwalters ein idealer Erblasser?


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