Bayern 2 - Jazz & Politik


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Das halbe Leben Abwechslung

Es hat gekracht in Düsseldorf. Hannelore Kraft musste das Feld räumen für einen anderen von einer anderen Partei. Was brutal wirkt, ist doch nur demokratischer Alltag. Die Macht geht auf den nächsten über. Nicht nur in Frankreich.

Von: Lukas Hammerstein

Stand: 19.05.2017

Es ist nur ein Sprichwort und doch vollkommen wahr. Abwechslung ist das halbe Leben. Warum sollte jetzt nicht auch mal Macron regieren, oder Laschet? Ist es arg, wenn ein junger Mann in Österreich die Verhältnisse aufmischt? Nein, außer, dass es andern wehtut.

Neu

Emmanuel Macron fährt in einem offenen Militärfahrzeug über die Champs-Élysées

Alles neu machte immer der Mai. Früher - und auch jetzt wieder. Macron anstelle von Hollande. Laschet statt Kraft. Und der Schulzzug steht mächtig unter Dampf, ohne von der Stelle zu kommen. Her mit der frischen Energie, her mit der Abwechslung, auf dass wir uns nicht langweilen. Nichts ist in der Demokratie so alt wie die Vision von gerade eben.

Frisch

Armin Laschet und Hannelore Kraft nach Bekanntwerden des Ergenisses der NRW-Wahl

Wir müden Europäer rufen ja gerne mal nach den Radikalen und Extremen, wenn uns fad ist. Warum gehen wir nicht mal zur Abwechslung wählen und sorgen schön demokratisch für neue Verhältnisse und radikal frischen Wind? Wie sie es in Düsseldorf getan haben. Aber ist diese Regierung, die sie erst noch ausbaldovern müssen, neu?

Unverbraucht

Sebastian Kurz, Österreichs Außenminister

Der Wähler in der Demokratie ist ein undankbares Wesen. Will keine Experimente und verlangt dann doch, dass sich alles neu und frisch anfühlt. Und führt dann ein Kandidat eine ungewöhnliche Ehe, ist es auch wieder nicht recht. Unverbraucht ist eben noch lange nicht richtig, sondern erst mal weniger verbraucht. Was wir daraus lernen? Neu ist allenfalls das halbe Leben.

Das halbe Leben: Abwechslung

Jazz & Politik, Samstag, 20.5.2017, 17:05 Uhr, Bayern2

  • Macron sei Dank! Das wirklich neue Frankreich (Henrike Busch)
  • Kurz’ Prozess. Wie ein junger Mann das alte Österreich aufmischt (Ralf Borchard)
  • Stillstand heißt Untergang - Regierungswechsel sind normal (Lutz Rathenow)
  • Alles neu macht der … Mai. Zwischen Schulz- und Abnutzungseffekt (Steffen Jenter)
  • Auf in die Zukunft. Die frisch vereinigten Egoisten von Europa (Holger Romann)
  • Iterabilität, Andersheit? Die Documenta 14 hat begonnen. (Adam Szymczyk, Sprecher: Peter Weiß)

Redaktion und Moderation: Lukas Hammerstein
Musikauswahl: Roland Spiegel

  • Lukas Hammerstein | Bild: BR Lukas Hammerstein

    Schriftsteller, Jurist, Journalist, Jahrgang 1958, Moderator und Redakteur von "Jazz & Politik"


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