Gütezeichen Gute & schlechte Siegel
Eine Hilfe beim Einkauf bieten Gütesiegel. Doch hier gibt es große Unterschiede in der Aussagekraft.
Jedes Spielzeug, das in der EU verkauft wird, muss das CE-Kennzeichen tragen. Das nützt dem Verbraucher wenig, denn die Hersteller können es selbst aufkleben. Prüfzeichen wie GS-geprüfte Sicherheit, TÜV Proof oder LGA tested dagegen, die von zugelassenen, unabhängigen Prüfstellen vergeben werden, garantieren die Einhaltungen der gesetzlichen Richtlinien und gehen zum Teil sogar darüber hinaus. Wieder andere Prüfzeichen stehen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern, umweltverträgliche Herstellungsmethoden oder auch pädagogische Zielsetzungen.
Die wichtigsten Siegel und was sie uns sagen:
CE
Das CE-Zeichen muss jedes Produkt tragen, das auf dem europäischen Markt eingeführt wird. Mit ihm verpflichten sich die Hersteller, die europäische Sicherheitsrichtlinie zu beachten. Über Schadstoffbelastungen gibt dieses Siegel nur begrenzt Auskunft, da die europäischen Grenzwerte oft hoch sind oder - in einigen Fällen - nicht vorhanden.
Größtes Manko: Unabhängige Kontrollen gibt es nicht. Das Siegel wird von den Firmen selbst aufgeklebt und auch häufig gefälscht - es ist also kein Garant für gutes Spielzeug.
GS
Weit aussagekräftiger ist das "GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit". Hier lässt der Spielzeughersteller freiwillig das Spielzeug durch eine unabhängige und zertifizierte Stelle auf die Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen prüfen. Darüber hinaus muss das Produkt bei den gesundheitsgefährdenden PAK einen sehr niedrigen Grenzwert von 0,2 Milligramm pro Kilogramm Spielzeug einhalten.
Wichtig: Das GS-Zeichen muss in Verbindung mit der Prüfinstitution - zum Beispiel TÜV Rheinland, TÜV Rheinland LGA, TÜV Süd, TÜV Nord - aufgeklebt sein. Fehler in der Aufschrift weisen auf eine Fälschung hin.
TÜV-Proof
Das TÜV-Proof-Zeichen ist ein Siegel des TÜV Rheinlands. Es entspricht dem Anforderungskatalog des GS-Zeichens für geprüfte Sicherheit, setzt also den PAK-Grenzwert auf 0,2 Milligramm pro Kilogramm. Vorsicht: Auch hier kann es Fälschungen geben. Mittlerweile vergibt der TÜV Rheinland aber im Siegel auch Prüfnummern, die unter www.tuv.com geprüft werden können.
ToxProof
Im Bereich von Farben, Lacken und Textilien findet man auch das aussagekräftige "Tox-Proof"-Zeichen des TÜV Rheinlands für schadstoffarme Produkte. Es setzt niedrigere Grenzwerte bei Azofarbstoffen, Weichmachern und Nickel an und prüft zusätzlich auf Speichel- und Schweißechtheit. Auch das ToxProof-Zeichen ist immer in Verbindung mit der Prüfinstitution angegeben.
LGA
Das unabhängige Prüfzeichen "LGA tested", das von der LGA, einer Tochter des TÜV Rheinlands vergeben wird, garantiert die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien. Es steht also für geprüftes Qualitätsspielzeug, sagt aber nicht mehr über den Schadstoffgehalt eines Produktes aus, als rechtlich vorgegeben. Und das bedeutet zum Teil hohe oder nicht vorhandene Grenzwerte für Stoffe wie einige PAK, Weichmacher oder Schwermetalle. Wenn der Zusatz 'Ausgezeichneter Spielwert' dabei steht, wurde das Spielzeug auch als pädagogisch wertvoll eingestuft.
Öko-Tex
Der "Öko-Tex Standard 100" ist ein weltweit einheitliches Siegel für textile Produkte. Es kann zum Beispiel auf Plüschtieren zu finden sein. Die Schadstoffprüfungen umfassen gesetzlich verbotene Substanzen wie krebserregende Farbstoffe, Formaldehyd, Weichmacher, Schwermetalle, Pestizide und andere mehr. Die Kriterien beziehen sich ausschließlich auf das Endprodukt, nicht aber auf die Herstellung der Baumwolle oder menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Die soziale Dimension wurde im Öko-Tex 100plus bzw. Öko-Tex 1000 aufgenommen. Damit sind allerdings nur wenige Produkte ausgezeichnet. Achten Sie darauf, dass das Prüfzeichen eine eigene Prüfnummer enthält, nicht nur Nullen, und dass das Prüfinstitut angegeben ist.
Bl. Engel
Holzspielzeuge können mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden. Er wird vom RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung vergeben. Die Produkte müssen in Punkto Schadstoffe strenge Kriterien erfüllen. So sind zum Beispiel synthetische Duftstoffe, Flamm- und Holzschutzmittel nicht erlaubt. Auch ökologische Kriterien bei der Holzgewinnung und soziale Bedingungen bei der Herstellung werden berücksichtigt.
VDE
Das VDE-Siegel wird vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. für elektrotechnische Geräte - also auch für Elektrospielzeug - vergeben. Es beruht auf einer freiwilligen Prüfung, die der Hersteller vom VDE-Verband vornehmen lässt. Es bietet elektronische Sicherheit bei sachgemäßem Gebrauch, sagt aber nichts über den Schadstoffgehalt oder den pädagogischen Wert aus.
fair spielt
Dieses noch relativ unbekannte Siegel steht für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken von Billiglohnländern. Träger der Aktion "fair spielt" sind kirchliche Einrichtungen und gemeinnützige Vereine.
spiel gut
Das Siegel wird vom Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e. V. vergeben, unabhängig von der Spielwarenindustrie. Es bewertet Kriterien wie Spielwert, Umweltverträglichkeit, Haltbarkeit, Material und Sicherheit. Spielzeug aus PVC-Plastik ist ausgeschlossen. Insgesamt sind die gesundheitlichen und ökologischen Kriterien aber nicht sehr streng. Dafür kann es eine Hilfe bei der Auswahl von Spielzeug mit pädagogischem Mehrwert sein.

Wetter
