Bayern 2

Jahresrückblick Das war der März 2012

Es ist der Monat der neuen Präsidenten: Der Deutsche Fußballbund bekommt eine neue Spitze, in Russland kehrt Putin zurück - und als Bundespräsident folgt Gauck dem zurückgetretenen Wulff.

Von: Heike Simon Stand: 14.12.2012

Eine neuer Mann an der Spitze des Deutschen Fußballbundes

Oh schöne deutsche Fußballwelt. Ein neuer Präsident! Seit Anfang März heißt der DFB-Chef nicht mehr Theo Zwanziger sondern Wolfgang Niersbach.

"Ich habe einen gewaltigen Respekt, habe aber das Selbstvertrauen, um zu sagen - ja, ich traue es mir zu, ich bin bereit."

Wolfgang Niersbach

Na dann, herzlichen Glückwunsch!

Wladimir Putin kehrt zurück ins Präsidentenamt

Glückwünsche nimmt auch Wladimir Putin entgegen. Mit angeblich 63,60 Prozent hat er es abermals ins Amt des russischen Präsidenten geschafft und triumphiert. Aus Protest gehen in den folgenden Tagen und Wochen Zehntausende auf die Straße und der frisch gewählte Präsident antwortet - trotz internationaler Kritik - mit Gewalt.

Joachim Gauck wird Bundespräsident

Auch Deutschland bekommt ein neues Staatsoberhaupt. Das ist zwar turnusgemäß noch nicht nötig, aber weil Bundespräsident Christian Wulff wegen des Verdachtes auf Vorteilsannahme im Amt nach zwei quälenden Wochen zurückgetreten ist, ist die Stelle vakant. Zunächst aber: Ehrensold und Zapfenstreich für den Ex.

Und dann ist es soweit: am 18. März wird Joachim Gauck endlich Bundespräsident dieser Republik. Der 11. Die Deutschen sind zufrieden. Gauck selber auch.

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Was für ein schöner Sonntag."

Joachim Gauck

Er hält, ganz Elderstatesman, eine Antrittsrede, die sich inhaltlich wie rhetorisch sehen und hören lassen kann:

"Wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben. Und speziell zu unseren rechtsextremen Verächtern der Demokratie sagen wir in aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn."

Joachim Gauck

Ein Schuldenschnitt für Griechenland

Glückliches Griechenland! Der Schuldenschnitt ist da! Der, der Privatgäubiger. Banken, Versicherungen und Fonds sind mit ca. 100 Milliarden beteiligt. Finanzminister Schäuble schwankt zwischen Hoffnung und Skepsis.

"Wir sind nicht über den Berg, es gibt keinen Grund zur Euphorie. Bis jetzt sind wir auf einen Weg, wo wir unserer Verantwortung gerecht werden, den Menschen in Europa, die sich so viele Sorgen machen, sagen zu können: Wir werden das schaffen."

Wolfgang Schäuble

Islamistischer Terror in Frankreich

Mitten im französischen Präsidentschaftswahlkampf - der Islamist Mohammed Merah stürmt eine jüdische Schule in Toulouse, erschießt drei Schüler, einen Lehrer und entkommt. Die Grand Nation steht unter Schock. Präsident Sarkozy verhängt die höchste Terrorwarnstufe und er verspricht etwas.

"Diese Tat ist furchtbar, wir werden alles unternehmen, um diesen Kriminellen außer Gefecht zu setzen."

Nicolas Sarkozy

Drei Tage später machen Eliteeinheiten den Attentäter in seiner Wohnung in Toulouse ausfindig. Sarkozy will ihn lebend. Das misslingt. Er stirbt im Kugelhagel der französischen Polizei.

Piraten ziehen im Saarland in den Landtag ein

Zum Ende des Monat eine politische Überraschung: Bei der Landtagswahl im Saarland ziehen die Piraten gleich auf's erste Mal ins Parlament ein: 7,4 Prozent. Die Politneulinge nehmen es gelassen,  die Parteien-Konkurrenz ist aufgeschreckt und übt sich in kühler Analyse.

"Die Piraten werden gewählt, weil sie ein Versprechen geben, dass sie anders sind wie die anderen"

Grünen-Chef Czem Özdemir

Warnstreiks im Öffentlicher Dienst

Und dann sind da noch die zwei Warnstreikwellen des Öffentlichen Dienstes, die im Monat März über Bayern hinweg rollen. An zwei Tagen bleiben deswegen vor allem Kinderkrippen und -gärten  geschlossen. Verdi-Chef Bsirske gibt sich kämpferisch:

"Wenn die nötigen Lohnerhöhungen nicht gezahlt werden können, dann heißt das eben anschließend: Urabstimmung und Arbeitskampf, liebe Kolleginnen und Kollegen."

Frank Bsirske

Doch am letzten Märztag wird nach 40 Stunden Tarifverhandlungen alles gut. Die Gehälter der rund zwei Millionen Beschäftigen steigen – um rund 6,3 Prozent.

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