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"Terror"im Ersten Entscheidet das Herz oder das Recht?

Durfte Kampfpilot Lars Koch ein Passagierflugzeug abschießen, um zu verhindern, dass ein Terrorist die Maschine in ein vollbesetztes Fußballstadion stürzen lässt? Sie können entscheiden - heute Abend in Das Erste.

Stand: 17.10.2016

Fernsehfilm "Terror - Ihr Urteil" | Bild: Das Erste

Ferdinand von Schirach entwirft in "Terror - Ihr Urteil" ein erschreckend aktuelles Gerichtsdrama: Darf man 164 Menschen töten, um 70.000 zu retten?

"Es ist eine fiktive Idee", sagt Ferdinand von Schirach: "Es geht um eine Diskussion über unseren Staat und darüber, wie wir leben wollen!" Auch wenn die Motivation hinter dem Film ein wenig nach einem Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung klingt: Dass die Debatte selbst im Vordergrund steht und nicht das Urteil, hat großen Charme.

Heldentat oder Verbrechen?

Der Angeklagte

Angeklagt: Lars Koch (Florian David Fitz)

Durfte Kampfpilot Lars Koch ein Passagierflugzeug abschießen, um zu verhindern, dass ein Terrorist die Maschine in ein vollbesetztes Fußballstadion stürzen lässt? Weil es keinen Befehl gab und er sich eigenmächtig über geltendes Recht hinwegsetzte, muss sich der 31-Jährige vor Gericht verantworten. Für den Familienvater ist klar, dass er als Soldat im Kampf gegen den Terrorismus nicht anders hätte handeln können. Ist Lars Koch also ein Held - oder ist er ein Mörder?

Der Richter

Vorsitzender Richter (Burghart Klaußner)

Wie das Urteil lautet, das entscheidet nicht der Richter, dargestellt von Burghart Klaußner, sondern der Zuschauer. Er entscheidet über den Ausgang eines Fernsehfilms, aber auch über das Schicksal eines Menschen: schuldig oder nicht schuldig. Ein interaktives Fernsehereignis und ein aktuelles Gerichtsdrama. Kann ein Leben gegen ein anderes aufgewogen werden?

Der Verteidiger

Verteidiger Biegler (Lars Eidinger)

Der Verteidiger sieht in seinem Mandanten keinen Mörder, sondern einen Helden, der 70.000 Menschen vor einem Terroranschlag gerettet und in einer ausweglosen Situation die Verantwortung übernommen hat.
Um sich auf seine Rolle vorzubereiten, hat Lars Eidinger viel Zeit als Zuschauer im Berliner Landgericht verbracht: "Ich wollte mir ein Bild vor Ort machen und nicht den erstbesten Klischees zum Opfer fallen!"

Die Staatsanwältin

Staatsanwältin Nelson (Martina Gedeck)

Die Staatsanwältin lässt einen "übergesetzlichen Notstand" nicht gelten. Sie setzt sich dafür ein, dass die Grundrechte der Bundesrepublik Deutschland gewahrt werden. Das bedeutet: Der Staat darf keine unschuldigen Menschen töten. Mit dem Abschuss einer Passagiermaschine wird gegen elementare Verfassungsgrundsätze verstoßen. Und: Menschenleben sind nicht gegeneinander aufzurechnen.

In dubio pro reo – mehr als zwei Drittel der über 360 Zuschauer im Münchner ARRI-Kino stimmten nach der Film-Preview und der Diskussion für "Nichtschuldig".


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