Bayern 2

EinDollarBrille e.V. ist das Gute Beispiel 2016

Freude über Auszeichnung EinDollarBrille e.V. ist das Gute Beispiel 2016

EinDollarBrille e.V. Junge aus Rwanda | Bild: Martin Aufmuth

Sie haben entschieden: Die Initiative EinDollarBrille e.V. hat den Wettbewerb Gutes Beispiel 2016 gewonnen. 36,7 Prozent der Stimmen entfielen auf den Verein, der sich über die Auszeichnung und die 7.500 Euro Preisgeld freute. Mehr als 500 Projekte aus ganz Bayern hatten sich bei dem Wettbewerb beworben.

Martin Wagner, der Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, überreichte den Preis an einen Vertreter der Initiative, der ankündigte, das Geld in das Projekt für drei Biegemaschinen zu investieren.

"Insgesamt ein Wettbewerb, bei dem unsere Hörerinnen und Hörer gezeigt haben, was in ihnen steckt. Eine Vielfalt, die von Einfallsreichtum und Engagement zeugt. Und: Öffentlich-rechtliches Radio vom Feinsten."

Hörfunkdirektor Martin Wagner

Hier die Platzierungen im Überblick:

1. Platz: EinDollarBrille e.V.

Mehr als 150 Millionen Menschen auf der Welt bräuchten eine Brille, können sich aber keine leisten. Der Verein EinDollarBrille e.V. hat eine günstige Brille entwickelt, die aus einem leichten und stabilen Federstahlrahmen besteht, in den vorgeschliffene Brillengläser eingeklickt werden. Herstellung und Verkauf erfolgen vor Ort in den Entwicklungsländern – dazu bildet der Verein einheimische Fachkräfte aus. Die EinDollarBrille hilft sehschwachen Menschen also nicht nur, wieder an Bildung und Arbeitsleben teil zu nehmen, sondern schafft sogar selbst Arbeitsplätze. Die Brille gibt es in acht Ländern, unter anderem in Malawi und Burkina Faso. Rund 25.000 Menschen können dank ihr besser sehen.

2. Platz: Nana - Recover your smile e.V.

Viele Krebspatienten haben nicht nur mit dem Schock der Diagnose, sondern nach der Chemotherapie auch mit dem Verlust ihrer Haare zu kämpfen. Mit kostenlosen Schmink- und Stylingkursen sowie Fotoshootings hilft Nana - Recover your smile e.V. den Patientinnen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und neuen Lebensmut zu schöpfen. Über 400 Frauen und 50 Männer haben sich bereits porträtieren lassen. Die Idee zu dem Projekt hatte Nana Stäcker, die mit 21 Jahren selbst an Krebs starb. Nach ihrem Tod gründeten Familie und Freunde den Verein und arbeiten seitdem mit professionellen Stylisten und Fotografen zusammen, die auch todkranken Menschen in Palliativstationen einen würdevollen Abschied ermöglichen.

3. Platz: Refudocs

Flüchtlinge haben ein Recht auf medizinische Versorgung. Theoretisch. Praktisch hat das aber inmitten des Flüchtlingsansturms nicht gut funktioniert. Die Refudocs haben dort, wo der Staat nicht schnell genug handeln konnte, ein System der unkomplizierten, aber professionellen medizinischen Hilfe für Asylbewerber aufgebaut. Dank ihres Engagements gibt es in der Münchner Bayernkaserne eine gut ausgestattete Praxis. Ein Team von rund 100 Ärzten und Krankenschwestern hat im vergangenen Jahr 9.000 Patienten behandelt. Inzwischen wurde das Praxissystem an anderen Standorten übernommen. Um auch Flüchtlinge in dezentralen Gemeinschaftsunterkünften besser versorgen zu können, planen die Refudocs eine mobile Krankenpraxis.

4. Platz: Stadt - Land - Beides. Solidarische Landwirtschaft Nürnberg

Viele kleine Landwirtschaftsbetriebe kämpfen ums Überleben. Mit der Solidarischen Landwirtschaft haben sie eine Chance. In der Nürnberger Initiative Stadt - Land - Beides unterstützen rund 100 Verbraucher, die sogenannten Ernteteiler, mehrere Bauernhöfe aus der Region mit einem monatlichen Betrag. Dafür bekommen sie einen Teil der Ernte: Kartoffeln oder Erdbeeren, Ziegenkäse oder Joghurt, Getreide oder Rindfleisch. Die frischen Produkte holen sie sich in Depots ab, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Alles ist bio, saisonal, unverpackt und manchmal auch krumm. Die Ernteteiler können bei der Arbeit am Hof mithelfen und erleben, wie Nahrungsmittel nachhaltig produziert werden.

5. Platz: nearBees - Honig von Nebenan

Bienen sind für unser Ökosystem unverzichtbar. Ohne Imker - keine Honigbienen - und das bedeutet: weniger Artenvielfalt. Das junge Start-up nearBees hat sich zum Ziel gesetzt, gegen den Rückgang der Bienenpopulationen anzukämpfen. Und bietet heimischen Hobby-Imkern durch ein innovatives Vermarktungssystem die Chance, auch kleine Mengen Honig zu vertreiben. Verbraucher bestellen über die Onlineplattform unkompliziert Honig aus der Region - und unterstützen damit regionale Imker. So können diese ihre Bienenvölker halten und langfristig für eine blühende und summende Nachbarschaft sorgen. Sich um die kleinen Tiere zu kümmern, kann Großes bewegen.

Preisgelder

Das Preisgeld, gestiftet von der Sparda-Bank München eG und der Sparda-Bank Nürnberg eG, beträgt insgesamt 20.000 Euro und wird folgendermaßen aufgeteilt:

1. Platz: 7.500 Euro
2. Platz: 5.500 Euro
3. Platz: 3.000 Euro
4. Platz: 2.000 Euro
5. Platz: 2.000 Euro