Bayern 2 - Tagesgespräch


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Mehr Macht den Jungen Brauchen wir ein Familienwahlrecht?

Eine gute Idee? Was würden Sie von einem Wahlrecht halten, das Eltern treuhänderisch erlaubt, für ihre Kinder abzustimmen? Das Tagesgespräch fragt: Sollten Kinder und Jugendliche schon wählen dürfen?

Stand: 03.04.2017

"Nur wer wählt, zählt!" - unter diesem Motto hat der Deutsche Familienverband eine Kampagne für ein Wahlrecht ab der Geburt gestartet. Alle Staatsgewalt soll vom Volke ausgehen, steht im Grundgesetz. Zum Volk gehören aber Kinder wie Erwachsene, betont der Verband.

"Damit Kinder sich an den demokratischen Prozessen beteiligen können, brauchen sie in ganz jungen Jahren Treuhänder, die stellvertretend ihr Wahlrecht wahrnehmen. Wie in allen anderen Belangen sind das ihre Eltern. Sobald ihr Interesse und ihr Wunsch zur politischen Teilhabe groß genug sind, können sie sich ins Wählerverzeichnis eintragen lassen und das Treuhänderwahlrecht der Eltern erlischt."

Renate Schmidt, frühere Bundesfamilienministerin und Schirmherrin der Kampagne für ein Wahlrecht ab Geburt

Abstimmung

Brauchen wir ein Familienwahlrecht?

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Ein Wahlrecht, das Eltern treuhänderisch erlaubt, für ihre Kinder abzustimmen? Jeder unter 18 soll dann wählen können, wenn er sich für die Wahlen registriert! Was halten Sie davon? Reicht es nicht, dass bei Landtagswahlen schon Jugendliche ab 16 abstimmen können?

Was meinen Sie? Das wollte das Tagesgespräch auf Bayern 2 und in ARD-alpha von den Anruferinnen und Anrufern wissen. Zu Gast bei Moderatorin Stephanie Heinzeller war Steffen Allhoff, Leiter der Kampagne "Wahlrecht ab Geburt".

Die Nummer ins Studio: 0800 / 94 95 95 5

Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein aktuelles Thema. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen. 


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Michael Wagner, Montag, 03.April, 13:06 Uhr

56. Familienwahlrecht

Kinder und jugendliche bedürfen ja nach Alter einen Schutz vor uns Erwachsenen! Sie sind besonders gefährdet auch in Bezug auf ihr tun und auch auf ihr wahlverhalten, denkt man z.B. an die Strafmündigkeit.
Wenn man an das vergangene Wahlverhalten unserer jungen über 18jährigen Wähler bezüglich der Piratenpartei bedenkt. Dies Partei hat mit vereinfachten Thesen(z.B. freies Internet) sehr viele junge Wähler gefangen. Die eigentlichen vernünftigen Parteiprogramme anderer Parteien wurden dabei völlig ausgeblendet!
Wenn ich mir vorstelle, dass man vermeintliche vereinfachte kindergerechte Parteiprogramme erstellt und ihnen eine heile Welt in der Zukunft vorgaukelt , kann ich mir das wahlverhalten der Kinder gut vorstellen!
Wir können unsere Verantwortung für diese Welt nicht an die Kinder abgeben!!!

Lydia Burgstaller-Englitz, Montag, 03.April, 13:03 Uhr

55. Familienwahlrecht

Ein Familienwahlrecht ist m.E. überflüssig. Kinder kann man sehr geschickt manipulieren, sie sind sehr leicht beeinflussbar. Ich fasse es nicht, auf welche Ideen manche Zeitgenossen kommen. Diese Forderung eines Familienwahlrechts und deren Konsequenzen sind nicht zu Ende gedacht.

Christian Gloßner, Montag, 03.April, 12:58 Uhr

54. Entscheidungskompetenz der Eltern?

Wenn hier immer wieder gefragt wird, in welchem Sinn und mit welcher Kompetenz die Eltern im Namen ihrer Kinder wählen würden, dann müsste auch das gesamte Erziehungsrecht in Frage gestellt werden.
Eltern treffen für ihre Kinder die verschiedensten Entscheidungen (Ernährung, Ferienlager, Fahrrad, Schultyp, ...). Das wird im Regelfall im Interesse der Kinder sein. Ich kann kein Problem darin erkennen, dass Eltern auch für ihre Kinder das politische Wahlrecht ausüben würden.

Christian Bodler , Montag, 03.April, 12:57 Uhr

53. Kinder Wahlrecht

Erwachsene fehlt das Wissen über die Deutsche Geschichte, Klimawandel und Demokratie, Kindern erst recht.

Rainer Fuchs, Montag, 03.April, 12:57 Uhr

52. Familienwahlrecht - Denkfehler!

Das sogenannte "Familienwahlrecht" basiert auf auf dem Denkfehler, dass bei der Wahl nur über Familienpolitik abgestimmt wird.
Abgesehen davon, dass ich als Wähler bei der Vielzahl der Themen und Probleme in der Politik nie "mitbestimmen" kann, darf ich ja nur Parteien wählen, denen ich mein Vertrauen ausspreche in der Hoffnung, dass sie wenigstens zum kleinen Teil in meinem Sinn handeln... Als Begründung möchte ich nur die immer wieder vorgebrachte Aussage anführen: "Unsere Politik ist alternativlos!"
Demokratie heisst zu verhindern, dass sich keine Partei auf Dauer im Machtzentrum festsetzt, aber nicht, dass ich mitbestimmen darf! Das ist ja nicht einmal bei unbequemen Parteimitgliedern erwünscht (siehe auch Fraktionszwang).