Bayern 2 - Tagesgespräch


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Zugunglück Bad Aibling Wie sicher ist die Bahn?

Zwei Meridian-Regionalzüge sind bei Bad Aibling zusammengestoßen. Im Tagesgespräch haben wir mit Hörerinnen und Hörern und mit Experten gesprochen.

Stand: 09.02.2016

Zugunglück in Bad Aibling | Bild: dpa-Bildfunk

Beim Zusammenstoß zweier Meridian-Regionalzüge bei Bad Aibling im Landkreis Rosenheim sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, rund 150 Fahrgäste seien verletzt, teilte die Polizei mit. Die Ursache des Unfalls ist noch unklar. Die Fahrzeuge seien ineinanderverkeilt und teils entgleist. „Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen“, so Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, die den Meridian betreibt.

Zugunglück bei Bad Aibling | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Liveblog Bahnkatastrophe bei Bad Aibling Zahl der Toten steigt auf zehn

Horrorunglück am Faschingsdienstag: Beim Zusammenstoß zweier Regionalzüge bei Bad Aibling im oberbayerischen Landkreis Rosenheim sind zehn Menschen ums Leben gekommen. 18 Passagiere wurden schwer verletzt, 63 leicht. Die Unfallursache ist unklar. BR-Reporter berichten im Liveblog. [mehr]

Bahnfahren gilt als relativ sicher. Dennoch sind die Unfälle oft spektakulär und prägen sich daher ein. Drei Beispiele: Im August 2014 rammte in Mannheim ein Güterzug einen Eurocity mit 250 Passagieren - zwei Waggons stürzten um, 35 Menschen wurden verletzt. Grund: Der Lokführer des Güterzugs hatte ein Haltesignal übersehen. Im September 2012 entgleiste ein Intercity beim Verlassen des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Acht Menschen wurden verletzt. Bereits im Juli war an gleicher Stelle ein IC aus den Gleisen gesprungen. Ursache waren jeweils defekte Puffer an den Waggons. Im April 2012 stieß eine Regionalbahn bei Offenbach in Hessen mit einem Baukran-Zug zusammen. Drei Menschen werden getötet, 13 verletzt.

Unter dem Eindruck des aktuellen Geschehens fragte das Tagesgespräch, wie sicher Bahnfahren ist. Als Experte war Carsten Jens, Bahnexperte der ARD, zugeschaltet.


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Anonym da bei der Bahn, Dienstag, 09.Februar, 12:58 Uhr

13. Aus der Instandhaltung von DB Fernverkerh

Sehr geehrte Damen und Herren,
Wenn ich wider so viele Ausreden höre, wie dass es ja Quasi sowas ähnliches wie Transponder gibt es schon bzw. es ist nicht möglich da es so viele Züge sind, da kann mir die Galle hoch kommen.
Wir Mitarbeiter aus der Werkstadt haben schon viele Verbesserungsvorschläge eingereicht die sich an die Sicherheit der Fahrgäste richten.
Jedoch werden diese Vorschläge immer mit Argumenten zu Teuer oder zu viel Prüfungsaufwand abgelent da in dem Feld Einsparung oder Gewinn dann halt 0€ rein geschrieben werden muss.
Genau so die Transponder die das überwachen können ob ein Zug auf dem selben Gleis entgegenkommt und eine automatische Bremsung einleiten sind zu Teuer für die Bahn!!!!!!

Robin Wunderlich, Dienstag, 09.Februar, 12:54 Uhr

12. Selbstsicherung einzelner Züge...

...ist sehr einfach möglich , jeder Zug auf der eingleisigen Strecke könnte per Funk erkennen, wenn ein anderer näher als 200 m in der Nähe ist, also entgegen kommt. Funktechnik seit Jahrzehnten, fragen Sie, bzw. die Bahn einmal Amateurfunker! Kostet keine 1000 EUR und ist innerhalb 1 Tag eingebaut.

Keller Gernot, Dienstag, 09.Februar, 12:54 Uhr

11. Wie sicher ist die Bahn

Ich bin Elektroingenieur, war zweitweise bei der Deutschen Bundesbahn tätig und bin selbst als Lokomotivführer gefahren. Ich hatte selbst im Bahnhof Augsburg-Oberhausen außer Dienst ein einen Unfall miterlebt. Als Problem sehe ich die nicht mehr ausreichenden Bremswege nach Ausfahrtssignalen. Der Lokführer damals
hatte bei Nacht wohl ein auf dem Nebengleis frei gegebenes Ausfahrtsignal als seines gehalten und ist losgefahren. Die heutigen Züge beschleunigen
so schnell, dass die Geschwindigkeit an manchen Ausfahrtsignalen bereits so hoch ist, dass der Bremsweg nach dem Ausfahrtsignal trotz Zwangsbremsung nicht mehr ausreicht um den Zug noch rechtzeitig (vor Prellbock bei Schutzweiche) oder vor der Einmündung in ein anderes Gleis zum stehen zu bringen.

  • Antwort von Tobias, Dienstag, 09.Februar, 13:06 Uhr

    Ja aber Lokführer stellt selbst den Zugkraftsteller der Steuert wie stark der Zug maximal beschleunigen darf/kann.
    Aber viele sind ja leider zu faul und einfach V-Max und Zugkraft voll hoch weil der Zug macht das ja schon, nur die Zugkraft macht der Zug nicht selber.

Barbara, Dienstag, 09.Februar, 12:49 Uhr

10. Das ist ja nicht das erste schwere Zug-Unglück in der Gegend!

Warum ist denn das schwere Zug-Unglück in Warngau passiert? Warngau liegt ganz in der Nähe!

MNR, Dienstag, 09.Februar, 12:48 Uhr

9. Bf Karpfham/Bad Griesbach

Bei dem eben angesprochenen Bf Karpfham/Bad Griesbach handelt es sich per se nicht um ein Sicherheitsrisiko, sondern einen Sonderfall. Es gibt eine Reihe "durchgeschalteter" Bahnhöfe, bei welchen die Fahrt in beide Richtungen frei ist. Der Bahnhof wird wie ein Stück freier Strecke behandelt. In diesem Bahnhof finden aber keine Zugkreuzungen statt, d.h. es kann noch normalem Ermessen zu keiner Zeit mehr als ein Zug in diesem Bahnhof bzw. dem Streckenabschnitt sein.