Bayern 2 - Tagesgespräch


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"Mein Kampf"- historisch-kritisch Braucht Deutschland das?

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg erscheint jetzt in Deutschland wieder Hitlers "Mein Kampf". Brauchen wir diese Neuauflage? Das Münchner Institut für Zeitgeschichte will mit seiner kommentierten Fassung einen Mythos zerstören.

Stand: 08.01.2016

Logo des Instituts für Zeitgeschichte und Buchseite aus "Mein Kampf" | Bild: picture-alliance/dpa/Montage: BR

Der Londoner Germanist Jeremy Adler - heute einer unserer Gäste im "Tagesgespräch" - hat die neue Ausgabe von Adolf Hitlers Propagandaschrift "Mein Kampf" scharf kritisiert. Eine gewissenhafte Institution dürfe keine Hetzschriften verbreiten. Das Institut für Zeitgeschichte präsentiert die kritisch kommentierte Neuauflage des Hitler-Buchs am Freitag (8.1.16) in München.

Niemand könne kontrollieren, wie der rassistische Text aufgenommen werde, warnte der Professor für Deutsche Sprache am Londoner King's College. Es hätte durchaus ausgereicht, nur einzelne Textpassagen im Kontext eines kritischen Kommentars zu veröffentlichen.

Die Neuauflage umfasst zwei Bände mit mehr als 3.500 Anmerkungen. Das Institut für Zeitgeschichte will nach eigenen Angaben Hitlers Propaganda entlarven und der nach wie vor wirkenden Symbolkraft des Buches den Boden entziehen. Die Urheberrechte für das Buch "Mein Kampf" waren Ende 2015 erloschen. Sie lagen beim Freistaat Bayern, der eine Veröffentlichung bislang verboten hatte.

Gäste der Sendung

  • Johannes Uschalt, Geschichtslehrer am Dürer-Gymnasium, Nürnberg
  • Prof. Jeremy Adler, Dichter und Professor für deutsche Sprache, Oxford
  • Dr. Peter Longerich, Zeithistoriker und Autor von "Hitler. Biographie"

Die Nummer ins Studio: 0800 / 94 95 95 5

Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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