Bayern 2 - Tagesgespräch


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Testfahrten ab 75 Sollen Senioren noch mal zur Fahrprüfung?

Müssen ältere Autofahrer bald Testfahrten absolvieren, um zu zeigen, dass sie noch fit für den Straßenverkehr sind? Das Tagesgespräch hat gefragt: Was würden Sie von einer Testfahrt unter Beobachtung halten?

Stand: 25.01.2016

Älterer Autofahrer, Augen im Rückspiegel | Bild: picture-alliance/dpa

Sollten ältere Autofahrer per Gesetz dazu verpflichtet werden, Testfahrten mit geschulten Beobachtern durchzuführen? So schlägt es die "Unfallforschung der Versicherer (UDV)" vor, die für die privaten Versicherungsunternehmen in Deutschland zu Sicherheit und Unfallvermeidung im Straßenverkehr forscht.

"Auf diese Weise könnten Senioren von unabhängigen Fachleuten überprüfen lassen, wie fit sie noch für den Straßenverkehr sind und ob von ihnen eine erhöhte Unfallgefahr ausgeht."

Tagesgespräch-Gast Siegfried Brockmann

Zu Gast im Tagesgespräch bei Stephanie Heinzeller war Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Er sagt: "Wenn Senioren über 75 Jahren in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 Prozent selbst verursacht." Die Quote liege damit höher als bei der Hochrisikogruppe der 18- bis 24-Jährigen. Dennoch hielten sich die meisten Senioren für gute Fahrer und ließen sich nur schwer auf Fehler ansprechen.

Siegfried Brockmann

Das Ziel von Testfahren mit Beobachtern sei nicht unbedingt, dass Senioren den Führerschein abgeben, betont Tagesgespräch-Gast Siegfried Brockmann. Sollten aber Defizite festgestellt werden, könnte es vielfach schon helfen, wenn Senioren anschließend ihre Fahrweise darauf einstellen und zum Beispiel nur in bekannten Gebieten fahren oder das Auto bei Dunkelheit in der Garage stehen lassen.

Abstimmung

Sollten Senioren einen Fahrtest machen müssen?

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Das Tagesgespräch hat gefragt: Wie sind Ihre Erfahrungen? Wie sicher sind ältere Autofahrer unterwegs? Wie viel Routine haben Sie persönlich durch jahrzehntelange Fahrpraxis? Welche Situationen haben Sie womöglich zweifeln lassen, ob Sie noch ohne Probleme Auto fahren können? Was halten Sie von einer Testfahrt unter Beobachtung?

Neben Gast Siegfried Brockmann meldete sich auch der Verkehrspsychologe Wolfgang Fastenmeier vom Mensch-Verkehr-Umwelt-Institut für Angewandte Psychologie in München. Er forscht zu altersgerechter Mobilität.

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Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Den Führerschein freiwillig abgeben?

Autofahrer werden immer älter. Doch wenn das Sehvermögen und die Reaktionsfähigkeit nachlassen, können Senioren am Steuer zum Verkehrsrisiko werden.

Manche Kommunen versuchen sogar jetzt Anreize zu schaffen, damit ältere Menschen ihren Führerschein freiwillig abgeben - das hat die Sendung "quer" im vergangenen Sommer berichtet.


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Barbara, Montag, 25.Januar, 13:01 Uhr

31. alles nur eine widerliche Hetze!

Jung sein ist kein Verdienst und alt sein ist auch kein Verdienst, aber abscheulich ist die Hetze der einen Generation gegen die andere! Wichtiger wäre es, die charakterlosen user im Internet einen Charaktertest machen zu lassen, anstatt sich über das Fahrverhalten mancher Leute aufzuregen!

Kropfmüller Monika, Passau Tel.085147714, Montag, 25.Januar, 12:52 Uhr

30. Sollen Senioren eine Fahrprüfung machen

Bin 66 Jahre und fahre im Jahr noch ca.10000 km. Was ich feststelle sind es nicht die Senioren die soviele Unfälle bauen. Natürlich passiert auch bei denen was,
genauso wie bei den jungen Leuten. Aber was ich in letzter Zeit so ca. 2 Jahre feststellen muß und nicht nur mir fällt das auf: Es wird die Vorfahrt an den
Kreuzungen nicht mehr beachtet und das hat schon vielen Menschen das Leben gekostet. Es heißt immer "hat übersehen" aber es ist eine Rücksichtslosigkeit
bei vielen Autofahrern, sie schauen dich als vorfahrtsberechtigten an und fahren raus obwohl sie warten müßten. Ich frage mich warum hier Polizei, Fahrschulen
und die Versicherungen nicht reagieren!!
Ich bin auch dafür, daß Ältere ab 70 Jahre vermehrt auf die Fahrtüchtigkeit kontrolliert werden, keine Frage, aber im Verkehr ist in den letzten Jahren meines Erachtens nicht sosehr die Fahrtüchtigkeit einzelner sondern die Rücksichtslosigkeit, die sich breit gemacht hat bei vielen Autofahrern.

frau Enke, Montag, 25.Januar, 12:50 Uhr

29. Fahrprüfung im Alter

Der Länderfinanzausgleich ist nicht gewillt, die Bahn weiterhin zu unterstützen und so wird dies in Zukunft noch mehr Einschränkungen für die Menschen auf dem Land geben, denn viele Regionalbahnen sollen eingestelllt werden. Bei uns auf dem Land fährt am Wochenende kein einziger Bus! Zur Bahn sind es min. 3 km steil bergab...bergauf. Mit dem Taxi? IN Zukunft gibt es immer mehr alte Menschen mit Mindestrente! Es gibt viele alte Menschen, die aus eigener Verantwortung heraus selbst nur noch Strecken fahren, die sie kennen und diese auch nur am Tag. In meinem Bekanntenkreis alle. Sie machen sich kein Bild, was für viele alte Menschen in Gegenden ohne Infrastruktur das Autofahren bedeutet. Prüfungsangst im Alter, ich finde das einfach fies für die alten Menschen!
Ich selbst fahre seit 40 Jahren unfallfrei - nehme zunehmend aber wahr, wie aggressiv der Verkehr geworden ist und wie vor allem auch junge Frauen mit Kindern nur Gas/Bremse fahren. Dies registriere ich zunehmend!

Joachim Groth, Montag, 25.Januar, 12:47 Uhr

28. die Autofahrer sind auch Wähler

...dass etwas geschehen muß ist klar, aber da werden sich unsere Politiker, die auch gewählt werden wollen sehr lange zurück halten. Wir (ich bin 54) Babyboomer-Generation sind in Zunkunft einer immer größere Wählergruppe und wer uns das autofahren verbieten/einschränken will wird nicht gewählt.
Aber das wird über die "Hintertür" geregelt, denn warum sind denn alle Autohersteller schon in der Entwicklung der autonomen Fahrzeuge (vgl. Google-Auto oder auch schon beim aktuellen TESLA-Modell) so weit fortgeschritten.
Viele Hilfsmittel, selbst einparken, Not-Brems-Assistent, automatisches Abblendlicht, Abstandswarner, Spurhalte-Assistent ..... usw. gibt es ja schon im alltäglichen Auto.
..... abschließend - befürworte ich trotzdem Tests für Führerscheininhalber - altersunabhängig.

  • Antwort von Nikolaus Mitko, Montag, 25.Januar, 13:06 Uhr

    Von den ganzen "Fahrer-Assistez-Systemen" halte ich gar nichts. Hirn-App einschalten reicht. Autos, die immer mehr selber machen, hasse ich (Ausnahme: Tempomat)!
    Wenn ich nicht mehr Herr meiner Sinne bin und nicht mehr selbst fahren kann, höre ich auf (mit Bus und LKW in 5 Jahren - keine Verlängerung mehr).
    - und gehe in die Politik (nicht ganz ernstgemeint: Ich meinte "... in den Ruhestand").

Michel, Montag, 25.Januar, 12:47 Uhr

27. Hauswarts-Mentalität

Weg mit den Alten, auch vom Gehweg, sie sind zu langsam und behindern den fließenden Fußgänger. bleiben unerwartet stehen und kramen in ihrer Manteltasche nach dem Schlüsselbund, Unschuldige Mütter mit Kinderwagen z.B fahren auf und lassen ihr Handy fallen, Kollateralschaden, die Alte hat blutige Hacken, die Mutti ein kaputtes Handy. Also vom Gehweg müssen die auch weg, oder nochmal Lauflernschule.

  • Antwort von Karin, Montag, 25.Januar, 13:03 Uhr

    Sehr richtig, was Sie da schreiben. Als Fußgänger ist man leider auch vor manchen Radfahrern nicht sicher, die trotz Radfahrweg lieber nebeneinander auf dem Gehsteig fahren. Das Leben ist halt lebensgefährlich ;-)