Bayern 2 - Tagesgespräch


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Nach dem Rückzug von Petry Was wird aus der AfD?

Frauke Petry will nicht Spitzenkandidatin der AfD werden - so hat sie es jedenfalls in dieser Woche verkündet. Was wird nun aus der Partei? Das fragte das Tagesgespräch.

Stand: 21.04.2017

Nach den Worten des Düsseldorfer Sozialwissenschaftlers Alexander Häusler geht es auf dem AfD-Parteitag am kommenden Wochenende nicht um den Kurs der Partei. Es gehe vielmehr um die Frage, "wer das Zepter noch in der Hand hält", so Häusler in der radioWelt auf Bayern 2.

Das "Gesicht der Partei" will nicht

Frauke Petry(AfD) bei der Vorstellung des Programms für die Bundestagswahl 2017 | Bild: pa/dpa/Paul Zinken zum Video mit Informationen Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur Absage per Video

Die AfD bekommt vor dem Start in den Bundestagswahlkampf ein Personalproblem. Die Parteivorsitzende Frauke Petry werde nicht für eine Spitzenkandidatur der Partei zur Verfügung stehen, teilte sie per Videobotschaft mit. Damit eskaliert der parteiinterne Streit. [mehr]

Der Parteienforscher und Soziologe Carsten Koschmieder von der FU-Berlin findet die Absage überraschend und sieht darin auch ein Problem für die AfD. "Ich würde zwei Probleme sehen: Erstens, weil sie tatsächlich sehr bekannt ist." Sie sei oft in Talkshows zu sehen. Außerdem schaffe sie es, die Botschaften der AfD gegen Minderheiten, gegen Fremde, gegen die Demokratie freundlich zu verpacken, so der Soziologe. Bei Höcke oder Gauland handle es sich oftmals um sehr offene Ablehnung der Demokratie, sehr offenen Rechtsextremismus, sehr offenen Rassismus. "Und bei Frauke Petry klingt das immer sehr freundlich und das ist meiner Meinung nach auch eines der Erfolgsrezepte für die AfD, dass sie eben nicht so offen agiert, wie es einige ihrer Gegenspieler in der Partei wollen."

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Was meinen Sie? Nach dem Rückzug von Petry - was wird aus der AfD? Bedeutet der Schritt eine Kursänderung? Das fragte das Tagesgespräch. Moderatorin der Sendung war Stephanie Heinzeller. Zu Gast war der Berliner Parteienforscher Carsten Koschmieder.

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Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Hermann Gallistl, Freitag, 21.April, 13:25 Uhr

24. quo vadis AfD ?

Spätestens nach dem nächsten Parteitag und dem Lackmustest , den Wahlen in NRW, werden wir sehen, wohin die Partei steuert. Die Anrufer/innen sind generell gegen diese Partei eingestellt, schließlich darf es nach Bekenntnis von F.J.Strauß ,keine Partei rechts von der CSU geben.
Den Gegnern wurde extrem viel Zeit eingeräumt, insbesondere wundert es mich , dass ein Anrufer die AfD- Anhänger als Affen oder Primaten bezeichnen darf.
Die AfD wird auch ohne Frau Petry ihren Weg in den BT gehen und als effektive Oppositionspartei gehen.
In der Vergangenheit habe ich sämtliche Parteien außer den Linken gewählt, bin kein AfD- Mitglied, finde aber, dass wir den Etablierten Parteien einen Denkzettel verpassen sollten. Außerdem sollten die Gegner das AfD Parteiprogramm lesen , bevor sie sich mit dieser Schelte echauffieren.

Barbara, Freitag, 21.April, 13:07 Uhr

23. Warum wird ständig nur ÜBER diese Leute geredet?

Warum wird nicht MIT diesen Leuten geredet?

Didier, Freitag, 21.April, 12:54 Uhr

22. Alles "liebe, kluge Leute"

so höre ich es heraus, wenn AfD-Anhänger anrufen.
Wenn man ihnen auf den Zahn fühlt, wird mehr als deutlich, da ist der alte Muff, den man in den 50ern so schwer loswurde, der wie Hundekacke am Schuh klebt.
Leider immer noch. Seit Jahrzehnten gibt es dieses unterschwellige rechte Brodeln, in vielen Familien, in allen Schichten, überall im Land. Davor sind Unternehmer ebenso wenig gefeit wie Professoren, Handwerker, Arbeitslose ...
Kann man kritisieren, daß die AfD so viel Aufmerksamkeit im BR bekommt, andererseits sollte das verlegene Gestammel mancher Anrufer aus dem AfD-Umkreis jedem die Augen öffnen. Und mir wird bewusst, daß die Wachsamkeit "wehret den Anfängen" wenig nutzt, wenn die Glut unter dem Boden schon lange vor sich dahin glimmt.
Bzw. wenn populistische "Dummschwätzer" ihre Opfer viel zu leicht finden können.
Mir wird deutlich, der Konservatismus scheint beunruhigende Tendenzen in sich zu tragen: Angst, Besitzstand, Abschottung Meins, Meins, Meins ...

  • Antwort von R.S., Freitag, 21.April, 13:04 Uhr

    Didier, wieder ein sehr guter Kommentar, Zustimmung !

  • Antwort von Antonius, Freitag, 21.April, 13:05 Uhr

    Leider ist der braune Bodensatz nicht auszumerzen. Es wird immer Leute geben, die dieser Gesinnung sind. Eine gesunde Demokratie und solidarische Gesellschaft ist imstande, diese klein zu halten. Leider aber hat man seit 30 Jahren Demokratie & Gesellschaft zugunsten des Neoliberalismus ausgehöhlt und geschwächt, Stichwort "marktkonforme Demokratie". So kommt es, dass braune Ideen wieder Anklang & Akzeptanz finden. Schuld sind also allein die Regierungen der letzten 30 Jahre, welche den Lobbyisten statt der Demokratie dienstbar waren.

Ohrenwurm, Freitag, 21.April, 12:51 Uhr

21. Man kann es nicht mehr hören:

Sarrazin, Wilders, Köppel, Le Pen, Strache, Petry, Gauland, Pegida, AfD, Trump, PIS, Erdogan, Putin - wo man hinschaut Despoten, Tyrannen, Elefanten im Porzellanladen und große Teile der Bevölkerungen jubeln auch noch. Die Kriegsgeneration stirbt aus und es ist nicht gelungen, den nachfolgenden Generationen die Lehren aus der Geschichte zu vermitteln.

Lutz von Burladingen, Freitag, 21.April, 12:44 Uhr

20. Petri heil!

Es gibt keine gemäßigten Fraktionen in der AfD: Wer Rechtsextremismus, Nationalismus und Rassismus toleriert, kann nicht Demokrat sein.
Es bleibt zu hoffen, dass der unsägliche Rechtsruck in Deutschland bald der Vergangenheit angehört. Wir haben von ´33 bis ´45 genug gesehen, wo das herkommt & hinführt. Eine kritische Haltung zur Flüchtlingspolitik kann man auch als Linker vertreten.