Bayern 2 - Notizbuch


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Zucker, Pflanzenfett und Aromen Das steckt wirklich drin in der Schokolade

Kakao, Zucker und Kakaobutter – mehr vermutet man eigentlich nicht in der Schokoladentafel. Weit gefehlt. Aus Kostengründen greifen die Produzenten auf billige Zutaten zurück.

Stand: 09.12.2015

Palmöl statt Kakaobutter

Nach Aussage von Experten ist Kakaobutter relativ teuer in der Produktion und so versuchen sich - wegen des hohen Preisdrucks - insbesondere große Anbieter mit günstigerem Pflanzenfett zu behelfen. Deshalb landen neben der Kakaobutter oft auch noch Zutaten wie Palmöl oder Butterreinfett in der Schokolade. Zucker findet sich in verschiedenen Formen auf der Zutatenliste, beispielsweise als Sirup oder auch als Gerstenmalzextrakt. Der Kakaogehalt hingegen ist meist gering. Fett, Zucker, ein bisschen Kakao – was macht denn da den Geschmack aus?

"Das sind die Aromen. Das heißt: es werden relativ günstige Zutaten eingesetzt und mit Aromen wird dann der Geschmack hergeholt und das wünsche ich mir als Verbraucher natürlich nicht."

Daniela Krehl, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Bayern

Wer auf Aromen und andere Füllstoffe verzichten möchte, sollte die Zutatenliste genau studieren und gegebenenfalls auf ein anderes Produkt ausweichen.

Emulgatoren in der Schokolade

Frau isst Schokolade | Bild: picture-alliance/dpa zum Quiz Quiz Kennen Sie sich mit Schokolade aus?

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In vielen Schokoladetafeln stecken zudem Emulgatoren. Das sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, zu einem fein verteilten Gemisch zu vermengen. Der Grund: Der Einsatz von Emulgatoren verkürzt den Produktionsvorgang. Das so genannte Conchieren  der Schokolade fällt damit wesentlich kürzer aus. Und Zeit ist bei der Produktion ja bekanntlich Geld. Emulgatoren können übrigens einen tierischen Ursprung haben, zudem können bei der Gewinnung der Emulgatoren auch gentechnisch veränderte Pflanzen eingesetzt werden, erklärt Krehl. Das ist wichtig für Veganer und Menschen, die Gentechnik ablehnen.

Vegane Schokolade

Pure Schokolade ist die beste Schokolade – das sagt die Konditormeisterin Fran Costigan. Und damit meint sie vegane Schokolade.

"Vegane Schokolade ist Schokolade in ihrer reinsten Form. Es gibt keine Füllstoffe und ohne die Milchprodukte kommt der Schokoladengeschmack an erster Stelle, er ist rein und interessant und einfach wunderbar. Schokoladenkenner wissen das alles schon."

Fran Costigan, Konditormeisterin und Fachbuchautorin.

Costigan hat ein Buch zum Thema herausgebracht. „Vegane Schokolade“ heißt es und ist im Narayana-Verlag erschienen. Im Buch gibt es Rezepte zu Schokoladentorten, zu Cremes und Cookies – alles vegan und alles mit Schokolade. An die Hauptzutat zu kommen, sei dabei gar nicht so schwierig.

"Es ist wichtig zu wissen, dass ein Großteil der Bio-Schokolade mit hohem Kakaoanteil, die man heute bekommt, vegan ist, auch wenn das nicht extra vermerkt ist. Sehr wichtig ist es, jedes Mal die Zutatenliste genau zu lesen, wenn man eine Tafel Schokolade kauft."

Fran Costigan, Konditormeisterin und Fachbuchautorin.

Keine Kinderarbeit

Gute Schokolade hat allerdings ihren Preis, der nach oben offen ist.
Und: wer Kinderarbeit und Sklaverei auf alle Fälle ausschließen möchte, sollte auf fair gehandelte Produkte achten.


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