Bayern 2 - Notizbuch


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Oper für den Frieden Künstler und Flüchtlinge inszenieren "Zaide"

Das Opernprojekt "Zaide" ist eine Brücke zur Integration: Ein europäisches Künstlerteam hat es zusammen mit geflohenen Künstlerinnen und Künstlern aus Syrien, dem Irak und Nigeria auf die Beine gestellt. Heute ist Premiere in Augsburg.

Von: Christine Lehner, Eva Huber

Stand: 05.08.2015

Das Besondere: Das Libretto des Stücks wurde so umgeschrieben, dass geflohene Profi-Künstler die Hauptrolle spielen. In "Zaide" sind sie sowohl mit ihrer eigenen Fluchtgeschichte, als auch darstellerisch als Schauspieler und Sänger in das Stück eingebunden.

Die Story

Zaide - in Mozarts Stück eine Sklavin - darf in ihrer Heimat nicht den Mann lieben, für den ihr Herz schlägt. Darum beschließen Zaide und ihr Geliebter Gomatz, zu fliehen. Sie verlassen ihr Land und begeben sich in eine freiere Welt. In der Neufassung des Stücks repräsentieren Zaide und Gomatz jedoch keine Sklaven, sondern Menschen auf der Flucht.

Dabei stellen sich die beteiligten Künstler im ersten Akt gemeinsam die Frage: Was bedeutet es, wenn man sein eigenes Land, seine Heimat, verlassen muss?

Im zweiten Akt drehen die Künstler dann die Flüchtlingsfrage um: Wie wäre es, wenn man aus Deutschland in ein fremdes Land fliehen müsste?

"Zaide ist auf der Flucht. Sie ist eine starke Frau. Durch die nigerianische Tänzerin erhält sie eine Körperlichkeit, die ich selbst nie ausdrücken könnte."

Cornelia Lanz, Produktionsleiterin

Das Ensemble

Die geflohenen Künstler kommen aus Syrien, Afghanistan und Nigeria. Ihre Erlebnisse haben Einfluss auf das Stück, denn unterschiedliche Kuklturen haben auch unterschiedliche Auffassungen über das Theater und die Oper.
Wie arbeitet eine nigerianische Choreographin? Und was ist einem Theatermacher aus Nigeria wichtig? So treten die geflohenen Künstler gemeinsam mit den Europäern in den Dialog - mit dem Ziel, Neues zu schaffen und voneinander zu lernen.

"Über die Musik haben wir einen unmittelbaren Zugang zu den Herzen der Menschen. Und damit zu den Flüchtlingen. Das ist schon etwas anderes, als zu Flüchtlingen zu gehen und mit ihnen Kaffee zu trinken."

Cornelia Lanz, Produktionsleiterin

Premiere in Augsburg

Nach "Cosi fan tutte" im letzten Jahr ist "Zaide" das zweite Bühnenstück, das von Cornelia Lanz, die auch die "Zaide" singt, gemeinsam mit dem Verein "Zuflucht Kultur e.V." initiiert wurde. Das Augsburger Theater stellt die Brecht-Bühne zur Verfügung. Nach der Premiere am 6. August in Augsburg tourt das Stück durch Süddeutschland.


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