Bayern 2 - Notizbuch


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Safer Internet So können Eltern ihre Kinder im Netz schützen

Gefahren im Netz - das ist Thema des Safer Internet Day. Eltern und Kinder sollen wissen, dass das Netz nicht immer und überall sicher ist. Doch mit fünf konkreten Tipps können Eltern das Surfen sicherer machen.

Stand: 09.02.2016

1. Schutzsoftware nutzen

Damit Kinder im Internet nicht auf pornografische oder gewaltsame Bilder oder Videos stoßen, gibt es Schutzsoftware für PCs, Tablets oder Smartphones. Sie blockieren Seiten, deren Inhalt nicht für Kinder oder Jugendliche geeignet ist.

Dabei unterscheidet man, ob die Software von "schwarzen" oder "weißen" Listen mit Seiten ausgeht. Weiß sind ausnahmslos jene Seiten, die das Kind ansteuern darf. Bei schwarzen Listen wird das Internet zwar grundsätzlich freigegeben, und nur ungeeignete Seiten werden gezielt gesperrt. Ob weiß oder schwarz die bessere Lösung ist, das hängt vom Alter ab.

Zusätzlich zu den Programmen, die das Surfverhalten der Kinder schützen, sollten Eltern für ihre Kinder ein eigenes Benutzerkonto auf dem PC einrichten. Hier können die Eltern auch steuern, welche Software (z.B. Spiele) das Kind installieren darf. Es bewegt sich dann in einer eigenen, geschützten Umgebung.

2. Zeitlimits vereinbaren und einhalten

Kinder und Jugendliche erliegen schnell der Faszination von Webseiten, Sozialen Netzwerken und Computerspielen. Damit auch Zeit für Schule und Hobbys bleibt, sollten Eltern mit ihren Kindern Zeiten festlegen und auf die Einhaltung pochen. Die Initiative "Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht" empfiehlt als optimale Nutzungszeiten:

  • Bei jüngeren Kindern: Etwa 10 Minuten je Lebensjahr pro Tag
  • Bei Kindern ab 10 Jahren: 1 Stunde pro Woche
  • Grundsätzlich nur im Zeitraum zwischen Hausaufgaben und Abendessen.

3. Gute Angebote auswählen und gemeinsam erkunden

Für kleinere Kinder gibt es spezielle Webseiten und Suchmaschinen. Sie enthalten meist keine Werbung und es gibt keine Links, die auf andere, unerwünschte Seiten führen könnten. Wichtig ist, dass Kinder Schritt für Schritt in die digitale Welt hereinwachsen können. Je älter das Kind wird, desto mehr Freiheiten kann man ihm im Internet zugestehen:

"So etwas wie eine Surf-Sicherheit besteht im Alter von zehn bis elf Jahren. Wenn ich beobachte, dass mein Kind sicher ist und sich auch zu helfen weiß, dann kann ich großzügigere Vereinbarungen machen."

Kristin Langer, Mediencoach beim Elternratgeber Schau hin!

4. Surferlebnisse teilen

Was Eltern niemals tun sollten: Ihre Kinder einfach vorm Bildschirm parken. Stattdessen raten Medienpädagogen, gemeinsam mit dem Nachwuchs die virtuellen Welten zu erobern. Dann können sich Kinder gleich an die Eltern wenden, wenn sie Fragen haben oder mit unpassenden Angeboten konfrontiert oder belästigt werden. Die Eltern können beraten, wie man vorgeht: Störer blockieren, Vorgänge dem Betreiber melden oder sich an Beschwerdestellen wenden.

5. Daten schützen

Die Initiative "Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht" rät Eltern, mit ihrem Kind zu vereinbaren, dass es Adresse, Handynummer, Chat-ID oder private Bilder niemandem preisgeben und nicht online veröffentlichen darf. Bei sozialen Medien wie Facebook oder YouTube gilt es, die Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen zu beachten und zusammen mit dem Kind festzulegen.

"Wichtig ist aber, immer im Gespräch zu bleiben und zu signalisieren: Egal was passiert, ich bin Dein Ansprechpartner - und es gibt auch nicht sofort eine Strafe, wenn Du etwas falsch gemacht hast."

Kristin Langer, Mediencoach beim Elternratgeber Schau hin!

Fazit: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Schutzsoftware, Datenschutzeinstellungen und spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche sind wichtig. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Eltern und Kinder gemeinsam ins Internet gehen und ihre virtuellen Erlebnisse teilen.


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