Bayern 2 - Notizbuch


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Cloud- und Online-Speicher Sichere Alternativen zur Dropbox

Digitale Texte, Filme und Musik einfach mit anderen Menschen im Internet austauschen - das machen Cloud- oder Online-Speicher möglich. Doch der größte Anbieter Dropbox gerät wegen seines schlechten Datenschutzes immer mehr in die Kritik. Wir haben Alternativen getestet.

Stand: 26.05.2015

Symbolbild: Junger Mann schaut sich Fotos auf einem iPad an | Bild: Mauritius-Images

Dropbox ist wie eine private Festplatte im Internet. Solange man mit dem Internet  verbunden ist, kann man überall auf der Welt von jedem beliebigen Computer die Daten die auf dieser virtuellen Festplatte liegen abrufen. Und noch besser. Man kann auch jedem anderen Menschen auf der Welt zum Beispiel seine Fotos weitergeben, indem man im einen Link zu seiner Dropbox schickt. Und so wuchs Dropbox seit 2007 rasant.

Edward Snowden kritisiert Dropbox

"Get rid of Dropbox", "verabschiedet euch von Dropbox", sagt Edward Snowden etwa dem US-Magazin "The New Yorker". Der Grund für sein hartes Urteil: Dropbox hat ein Sicherheitsproblem. Zwar verschlüsselt Dropbox die Daten seiner Kunden, doch kann das Unternehmen selbst die Verschlüsselung aufheben und die von den Nutzern gespeicherten Inhalte komplett einsehen. Sollte Dropbox mit der NSA zusammen arbeiten, wie Snowden es sagt, dann hätte der amerikanische Geheimdienst damit Zugriff auf praktisch alle Daten, die bei der Firma gespeichert sind. Dass vor kurzem Condoleezza Rice in den Vorstand von Drop Box berufen wurde, stärkt das Vertrauen in die Firma nicht gerade. Rice war unter George W. Bush Nationale Sicherheitsberaterin und mitverantwortlich für den Ausbau des Überwachungsstaates. Die sogenannte "Zero Kowledge Regel" hält Dropbox sowieso nicht ein. Technisch ist es heute möglich, dass ein Cloud-Speicher die Daten so verschlüsselt, dass das Unternehmen weder weiß, was die gespeicherten Inhalte sind, wie der Kunde mit Klarname heißt und tatsächlich nicht einmal, wo die Daten genau auf dem Server liegen. Dieses Wissen bleibt allein beim Nutzer, das Unternehmen weiß - nichts.

Cloud-Speicher mit Zero Knowledge

Wuala

Zero-Knowldege-Speicher: ja
Umsonst Speicher: Keiner
100 Gigabyte: 9.99 Euro
Serverstandort: Schweiz, Deutschland, Frankreich
Automatische Synchronisation: Ja
Apps: Android, iOS

Spideroak

Zero-KnowledgeSpeicher: ja
Umsonst Speicher: 2GB
1 Terrabyte: 12.99 Dollar
Serverstandort: Unterliegt US-Rechtsprechung
Automatische Synchronisation: Ja
Apps: Android, iOS

Teamdrive

Zero-Knowledge-Speicher: ja
Verschlüsselung: 256 BIT AES Ende zu Ende Verschlüsselung mit RSA 3072 Verschlüsselung kombiniert
Zertifizierung: Datenschutzgütesiegel des Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein für die aktuelle Version 3
Apps: Windows, OSX, Android und iOS

Nummer sicher: Datenschutz in Europa

Auch der Whistleblower Edward Snowden unterstützt den Zero Knowledge Ansatz. Er empfiehlt  den US-amerikanischen Anbieter Online-Speicher "SpiderOak". Einziges Problem: Spideroak ist ein US-Unternehmen und unterliegt damit US-Recht.

"Wenn die Server in Deutschland stehen, dann befinden Sie sich im Geltungsbereich des deutschen Datenschutzrechts. Wenn sie im Ausland stehen, dann muss man darauf vertrauen, dass die ausländische Gesetzsprechung ausländische Nützer schützt und das ist eigentlich sehr selten der Fall. Etwa US-Recht kümmert sich vor allem um US-Bürger."

Ben Miller, Redakteur beim Online-Computermagazin Giga

Die Server, auf denen die Daten liegen, sollten also zumindest innerhalb von Europa aufgestellt sein, da so der europäische Datenschutz greift. Und der ist gerade für Europäer wesentlich besser als in den USA.

Cloud-Speicher in Europa

GMX MediaCenter

Zero-Knowldege-Speicher: nein
Umsonst Speicher: 2 bis 10 GB
100 Gigabyte: 4.99 bis 9.99 Euro
Serverstandort: Deutschland
Automatische Synchronisation: Ja aber nur bis zu 100 GB
Apps: iOS, Android

Web.de Online Speicher

Gehört wie GMX zum Konzern United Internet.
Daher gleiche Bedingungen wie GMX

CloudMe

Zero-Knowldege-Speicher: nein, nur mit Drittanbieter
Umsonst Speicher: 3 GB
100 Gigabyte: 8 Euro
Serverstandort: Schweden
Automatische Synchronisation: Ja
Apps: iOS, Android

Dropbox-Pluspunkt: die einfache Bedienung

Daten online speichern: Die Dopbox-Website ist übersichtlich gestaltet

Dropbox konnte immer mit seiner unkomplizierten Bedienung punkten. Tatsächlich sind vor allem die sicheren Alternativen manchmal etwas schwieriger zu bedienen als das Original. Mit ein klein wenig Einarbeitungszeit sollte aber jeder Nutzer mit grundlegenden Computerkenntnissen, zurechtkommen. Wer es trotzdem ganz einfach haben will, der greift auf die unkomplizierten Cloud-Speicher der großen Betriebssysteme zurück. Die Angebote der drei Software-Riesen sind - was die Bedienung angeht - am unkompliziertesten und bieten auch den meisten Speicherplatz umsonst. Wie immer, wird aber unkomplizierte Bedienung und kostenloser Service mit einer deutlicher geringeren Sicherheit der Daten erkauft. Wer also sensible Daten im Internet abspeichern will, der sollte von den großen Anbietern eher Abstand halten.

Unkompliziert: Die drei großen Anbieter

Google Drive

Zero-Knowldege-Speicher: nein
Umsonst Speicher: 15 GB
100 Gigabyte: 1.99 Dollar
Serverstandort: USA, weltweit
Automatische Synchronisation: Ja
Apps: Android, iOS, von Drittanbietern für Windows Phone und Blackberry

One Drive

Zero-Knowldege-Speicher: nein
Umsonst Speicher: 15 GB
100 Gigabyte
: 1.99 Euro
Serverstandort: USA, weltweit
Automatische Synchronisation: Ja
Apps: Android, iOS, Windows Phone, von Drittanbietern für Blackberry

iCloud

Zero-Knowldege-Speicher: nein
Umsonst Speicher: 5 GB
200 Gigabyte: 3.99 Euro
Serverstandort: USA, weltweit.
Automatische Synchronisation
: Ja
Apps: iOS

Daten-Sicherheit: Ohne ein gutes Passwort geht es nicht

Eine der größten Sicherheitspannen, die es bei Cloud-Speichern bisher gab, passierte im Februar 2014. Damals wurden tausende private Fotos berühmter Schauspielerinnen aus Apples iCloud gestohlen und veröffentlicht. Das lag allerdings nicht am Internet-Speicher selbst. Tatsächlich hatten die Datendiebe die Passwörter der Betroffenen geknackt. Die waren oft einfach zu schwach und ließen sich mit der entsprechenden Software ohne Problem rausfinden. Wer sich also Gedanken um die Sicherheit seiner Daten im Netz macht, der sollte sich nicht nur um die Verschlüsselung seiner Daten sorgen, sondern vor allem auch um ein gutes Passwort.


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