Bayern 2 - Eins zu Eins. Der Talk


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Thies Marsen, BR-Extremismusexperte Von Anfang an beim NSU-Prozess dabei

Aufgewachsen auf einem Dorf im konservativen Oberbayern mit linksliberalen Eltern, ungetauft und freiheitsliebend, liegt es fast auf der Hand, dass Thies Marsen mit fünfzehn Jahren Punk wurde und gemeinsam mit seinem Vater schon früh in den 80ern auf großen Demos mit dabei war. Seine erste journalistische Station war bei der Zeitung, seine ersten Berichte unter anderem über das KZ-Außenlager Landsberg. Das Thema Nazi-Vergangenheit hat ihn von da an nicht mehr losgelassen.

Stand: 24.03.2016

Nazi-Thema präsent

Auf dem Küchentisch im Elternhaus lag nicht der "Bayernkurier", sondern der "Vorwärts". Seine Großeltern waren Nazis und das Thema zuhause einfach "präsent". Doch erstmal sollte es eine Fotografen-Ausbildung sein.

Rechtsextremismus- und NS-Vergangenheitsexperte

Thies Marsen, als Freidenker, passt aber das enge Korsett des Ausbilders nicht, und so studiert er Politikwissenschaften, Philosophie und Medienrecht an der LMU in München. Er sagt, er habe lange studiert, was auch daran liegt, dass er bereits während des Studiums beim Bayerischen Rundfunk als freier Mitarbeiter begann, und die Zeit für die Uni war knapp. Zum Summa cum laude brachte er es dennoch, und mittlerweile ist er einer der Experten beim BR in den Themen Rechtsextremismus und NS-Vergangenheit.

Erstaunt über Zeugenaussagen

Er ist von Anfang an beim NSU-Prozess dabei, nicht an jedem Tag aber sehr oft, und "es erstaunt mich doch immer wieder, wie offensichtlich von manchen Zeugen die Unwahrheit gesagt wird". Auch ist der Journalist an der aktuellen NSU-Prozess-Webdokumentation der ARD beteiligt.

Recherche in der rechten Szene

In "Eins zu Eins. Der Talk" erzählt der 45-jährige Journalist von seinen Erlebnissen bei der Recherche in der rechten Szene sowie vom Leben als Sohn atheistischer Eltern auf dem Dorf. Und natürlich wird er mit Norbert Joa auch über den NSU-Prozess sprechen.


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