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Sexroboter Ein Roboter fürs Bett?

So könnte die Sexualität von morgen aussehen: Ein Roboter für romantische Stunden zu zweit. Die Kunst der Verführung., Spontanität und Verständnis bleiben da auf der Strecke. Das kann Folgen für die Vorstellung von Sexualität in unserer Gesellschaft haben.

Stand: 08.02.2018

Buchstabensteinchen bilden die Wörter Roboter, Liebe und Sex. | Bild: BR/ Christina Fuchs

Samantha ist eine aus Silikon und Elektronik geformte Männerfantasie und entspricht dem gängigen Klischee. Das Aussehen der Puppe gleicht einer Pornodarstellerin, in Verhalten und Reaktion ist sie allerdings mehr Maschine als Mensch. Für manche trotzdem ausreichend.

"Für uns ist es durchaus möglich, eine emotionale Beziehung zu einem Sexroboter aufzubauen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich dabei immer um eine asymmetrische Beziehung handelt. Die Gefühle, die seitens der Maschine simuliert werden, werden nie echt sein."

Martina Mara, Roboterpsychologin am Ars Electronica Futurelab in Linz

Spontanität, Verständnis sind Fähigkeiten, die ein Roboter kaum oder nur schwer simulieren kann. Im Kontakt mit dem Sexroboter gibt der Mensch deshalb etwas auf, was zum Menschsein unmittelbar dazugehört, davon ist der Regensburger Theologieprofessor Thomas Schärtl-Trendel überzeugt: Nähe, die Intimität zwischen zwei Menschen.

"Der Mensch ist ein Lebewesen, der es geschafft hat, seine Sexualität zu kultivieren und zu domestizieren. (…)Die Kunst der Verführung, die Liebeslyrik, unsere Kultur, unsere Mode, das sind ja alles Dinge, die damit zu tun haben. Und jetzt wird ein Instrument wie dieser Sexroboter geschaffen, der dient tatsächlich nur, ganz brutal gesagt, der elementaren Triebabfuhr. Man dehumanisiert die Sexualität auf diese Weise. Das ist ein Rückfall in eine nicht domestizierte Art und Weise von Sexualität."

Thomas Schärtl-Trendel, Katholischer Theologe an der Universität Regensburg

Entfremdung und Empathielosigkeit

Führen Sexroboter zur Objektivierung von Frauen?

Das kann weitreichende Folgen haben. Etwa wenn es um die Vorstellung von Sexualität in unserer Gesellschaft geht. Auch deshalb hat die britische Anthropologin Kathleen Richardson das Bündnis „Campaign against sex robots“ gegründet, das sich für ein Verbot von Sexrobotern einsetzt. Ihrer Einschätzung nach befördern Sexroboter wie Samantha Sexismus und stehen für ein Frauenbild, das Frauen zu Sexobjekten degradiert. Richardson befürchtet, dass Sexroboter über kurz oder lang zur Entfremdung und Empathielosigkeit zwischen uns Menschen führen.


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