Bayern 2 - Bayernchronik


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Ruhmestempel Bald mehr los auf der Walhalla?

Seit diesem Jahr liegt die Aufsicht über die berühmten Köpfe bei der Bayerischen Schlösserverwaltung. Da die Atmosphäre auf der Walhalla eher kühl ist und die Büsten schweigsam sind, braucht es Ideen, um Besucher anzulocken.

Stand: 08.01.2016

Wer erst einmal dort ist, bei dem verfehlt die Walhalla ihre Wirkung nicht, allein der schieren Größe wegen. Und wegen des Blicks. Und die Namen: Auftraggeber König Ludwig I., geplant von Leo von Klenze. Ein Meisterwerk des Klassizismus. Von den berühmten Köpfen im Ruhmestempel ganz zu schweigen.

Trotzdem könnte der Andrang größer sein. In den 80er Jahren kamen noch bis zu 160.000 Besucher pro Jahr, jetzt sind es nur noch maximal 130.000.

"Die Walhalla wurde dem Parthenon-Tempel auf der Akropolis nachgebaut. Hier begegnen Sie guten 2000 Jahren Geschichte."

Jenö Mihalyi, Heimat- und Tourismusverein Donaustauf

Besseres Marketing

Bislang war das Kultusministerium für die Walhalla zuständig, seit dem 1. Januar hat das Bayerische Finanzministerium die Aufsicht, genauer: die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung. Die Walhalla hat das Potenzial zum Publikumsmagnet, man muss sie nur besser verkaufen, glaubt Minister Markus Söder.

"Wir sind mit der Schlösserverwaltung die größte Museumsverwaltung in Deutschland. Wir sind Profis, wir sind erfahren."

Markus Söder, Finanzminister und Chef der Schlösserverwaltung

Die Befreiungshalle in Kelheim

Söder will Besuchern die Walhalla im Paket mit der 40 km entfernten Befreiungshalle in Kelheim schmackhaft machen.

Zweimal Ludwig I, zwei Donau-Attraktionen an einem Tag.

Mehr Veranstaltungen

Auch der Intendant des Regensburger Stadttheaters, Jens Enzberg von Neundorff, hat großes Interesse an der Walhalla. Er möchte am 9. November 2016, dem Jahrestag der Maueröffnung sowie der Reichspogromnacht, auf der Walhalla ein Gedenk-Konzert veranstalten, mit Musik jüdischer Komponisten.

Für wirklich strittige Fragen zur Walhalla bleibt auch weiterhin das Bayerische Kultusministerium zuständig. Es leitet nämlich nach wie vor das Auswahlverfahren darüber, WER in Zukunft in der Walhalla mit einer Büste geehrt wird. Und entgegen anderslautender Meldungen sind da noch einige Plätze frei.


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