Bayern 2 - Bayerisches Feuilleton


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Die "Saubande" Andersrumdenker im Geiste Karl Valentins

Hören Sie eine bahnbrechende Klang-Collage aus wundersamen Originaltönen, hinreißenden Stegreifimprovisationen und unnachahmlichen Herzensergießungen der Mitglieder einer illustren Stammtischrunde im Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums zu München.

Von: Joana Ortmann

Stand: 18.04.2015 | Archiv

(v.l.) Maria Peschek, Andreas Koll, Bele Turba, Sabine Rinberger, Holger Paetz, Luise Kinseher und der Zither-Manä in geselliger Runde im "Turmstüberl" des Valentin-Musäums | Bild: BR/Thomas Koppelt

Ihr Motto? Stammt natürlich vom Meister selbst:

"Sie san net auf uns angewiesen, aber mir auf Eahna!"

(Karl Valentin)

So steht es - lässig tiefgestapelt - auf jedem Flyer der "Saubande". Ihre Mission aber ist saumäßig schwer: Sie wollen Karl Valentin und Liesl Karlstadt endlich den Platz einzuräumen, der ihnen schon so lange zusteht. Heißt konkret: München soll Valentin-Karlstadt-Stadt werden, in der Kunst und im Leben - und zwar genauso selbstverständlich und selbstbewusst wie Augsburg Brecht-Stadt, Passau Domstadt und Nürnberg Lebkuchen-Stadt ist.

Mitglieder der "Saubande"

Die "Saubande" im "Turmstüberl"

Sabine Rinberger, Chefin des Valentin-Musäums

Vor knapp zwei Jahren hat sich der "Förderverein Saubande" im Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums gegründet. Eine humoristische Taskforce für das von Sparzwängen gebeutelte Haus und seine Leiterin Sabine Rinberger, die zwar keine Miete für die Räume im Isartor zahlt, ansonsten aber auch keinerlei Zuschüsse von der Stadt bekommt. So manche Ausstellung oder Aktion ist auf diese Weise von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Dagegen schreibt, spielt und singt die "Saubande" an, die sich valentinischen Optimismus verordnet hat und die Dinge einfach nicht so tragisch nehmen mag, wie sie sind. Das "Bayerische Feuilleton" hat die erlesene Truppe, in der sich Kabarettisten und Künstler wie Holger Paetz, Luise Kinseher, Maria Peschek, der Zither-Manä, Rudi Hurzlmeier u.a. zusammengeschlossen haben, zum Stammtisch im Turmstüberl geladen!

Valentin-Karlstadt-Musäum

Im Münchner Isartor

Einige Valentinsche Kuriositäten aus dem Panoptikum haben überlebt und sind noch heute im Valentin-Musäum im Münchner Isartor zu sehen - zum Beispiel der berühmte Nagel, an den Valentin seinen Schreinerberuf hängte, der liegende Stehkragen oder die wunderbare Eisplastik, von der leider nur eine Schüssel Wasser übrig geblieben ist.

Valentin-Karlstadt-Musäum
Tal 50
80331 München
E-Mail: info@valentin-musaeum.de


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