Fall Wölfl Verfahren gegen Geldgeber eingestellt
Nach dem Tod des Regener Landrats Heinz Wölfl 2011 hat die Staatsanwaltschaft Deggendorf jetzt die Ermittlungen wegen Korruption gegen vier Gewerbetreibende abgeschlossen. Sie hatten Wölfl Geld geliehen.
Der langjährige Regener CSU-Landrat Heinz Wölfl starb in der Nacht vom 16. auf den 17. August 2011. Der bekannte CSU-Politiker war mit dem Auto seines Sohnes im Arbergebiet gegen einen Baum gefahren. Wie bekannt wurde, war Wölfl spielsüchtig und hoch verschuldet.
Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt
Fünf Gewerbetreibenden wurde vorgeworfen, Wölf einen Kredit gegeben zu haben. Im Gegenzug setzte sich der Landrat politisch für ihre Belange ein. Nun stellt bei vier von ihnen die Staatsanwaltschaft Deggendorf ihre Ermittlungen wegen geringer Schuld "bei Würdigung der Gesamtumstände" ein. Die Gewerbetreibenden sollen einen Geldbetrag an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.
Ein 66-jähriger Selbstständiger, akzeptiert die Geldstrafe nicht. Er muss sich am 6. März vor dem Amtsgericht Viechtach verantworten.
Ursprünglich wurde gegen 19 private Geldgeber Wölfls wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung ermittelt. 14 Verfahren wurden schon vorher eingestellt. Es konnte, so die Staatsanwaltschaft, bei diesen 14 Beschuldigten "nicht hinreichend festgestellt werden", dass in Verbindung mit dem Darlehen Einfluss auf die Dienstausübung Wölfls genommen wurde.
Ermittlungen gegen Banken
Die Verfahren gegen sechs Verantwortliche aus vier verschiedenen niederbayerischen Banken wegen des Verdachts der Untreue sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Banken sind im März im Zuge der Ermittlungen durchsucht worden. In allen Fällen geht es laut Staatsanwaltschaft um Privatkredite der Banken an Heinz Wölfl.
Razzia im Landratsamt Regen
Die Staatsanwaltschaft Deggendorf hatte rund drei Wochen nach Wölfls Tod aufgrund eines anonymen Briefes Vorermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption aufgenommen. Anfang 2012 kam es im Regener Landratsamt zu einer Razzia. Dabei beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft im früheren Amtssitz von Wölfl Unterlagen und Akten. Insgesamt durchsuchten etwa 100 Kripobeamte 34 Objekte in den Landkreisen Regen, Deggendorf, Freyung-Grafenau sowie in Nordrhein-Westfalen. Laut Staatsanwaltschaft sind eine Vielzahl von Zeugen vernommen worden, insbesondere Mitarbeiter des Landratsamts Regen.

Wetter

