US-Standorte Nur Ansbach bleibt erhalten
Nach Bekanntwerden des Truppenabzugs aus Bamberg und Schweinfurt hat die bayerische Staatsregierung den betroffenen Städten Unterstützung zugesagt. Im Abzug der US-Soldaten lägen auch Chancen.
Die Staatsregierung lasse die betroffenen Kommunen und Menschen nicht im Stich, betonte Staatskanzleichef Thomas Kreuzer (CSU). Ansbach und Bamberg sollten die gleiche Unterstützung bekommen wie die von der Bundeswehrreform betroffenen Regionen. Ziel müsse es sein, die Auswirkungen des Truppenabzugs abzufedern und die Chancen für Entwicklungsperspektiven zu nutzen, sagte Kreuzer.
Treffen mit den Oberbürgermeistern
Der kontinuierliche Abbau der Truppen in Schweinfurt und Bamberg mit insgesamt 7.500 Soldaten wird sich voraussichtlich zwei bis drei Jahre bis zur endgültigen Schließung hinziehen. Der Standort Ansbach-Katterbach mit Illesheim (Lkr. Neustadt-Aisch/Bad Windsheim) hat hingegen keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Dort sind insgesamt rund 3.000 Soldaten stationiert. Die Rathauschefs von Ansbach, Bamberg und Schweinfurt hatten sich am Donnerstag (02.02.12) am Stützpunkt der US-Army in Ansbach-Katterbach mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, Generalleutnant Mark Hertling, getroffen.
Unterschiedliche Reaktionen in Ansbach
"Ich begrüße diese Entscheidung", sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Dieter Breitschwert dem Bayerischen Rundfunk als Reaktion auf den Verbleib der US-Truppen. Ein Abzug aus Ansbach mit rund 3.000 Soldaten und etwa 5.500 Familienangehörigen hätte eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung für die Stadt Ansbach zur Folge gehabt, so Breitschwert. Ganz anderer Meinung ist Boris-Andre Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative "Etz langt's". Er hält die US Army als Wirtschaftsfaktor für überbewertet. Überrascht habe ihn die Entscheidung der Amerikaner aber nicht: "So laxe Flugbestimmungen, wie es sie bei uns in Ansbach gibt, hätten die USA nirgends in Deutschland je erreichen können, und schon gar nicht in den USA", sagte Meyer dem Bayerischen Rundfunk.
440 Hektar werden frei
"Eine Epoche geht zu Ende", bedauerte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) den beschlossenen Truppenabzug. "Das Verhältnis zwischen den Amerikanern und Bamberg war und ist von Freundschaft und Vertrauen geprägt." Nun gehe es darum, die Entscheidung als Chance zu begreifen. Die 440 Hektar frei werdende Fläche biete Raum zum Wohnen, Leben und Arbeiten, für Studierende und für Familien. Der Deutsche Basketball-Meister "Brose Baskets" schielt bereits auf die Sporthalle der US-Armee. Für die 500 zivilen Beschäftigten müssten nun Lösungen gefunden werden, betonte Oberbürgermeister Starke. In den "Warner Barracks" leben und arbeiten rund 8.000 Menschen.
Bamberg will Ersatzjobs anbieten
In Schweinfurt sind von dem Abzug auch mehrere Hundert deutsche Zivilbeschäftigte betroffen. Dort beschäftigt die US-Armee nach Angaben von Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) rund 600 Mitarbeiter, in Bamberg sind es laut Rathauschef Andreas Starke (SPD) rund 500, darunter 370 Deutsche. Für diese Menschen sei das eine schwierige Situation, sagte Starke. Zum Glück sei der Bamberger Arbeitsmarkt aber derzeit sehr robust. Die Stadt werde sich mit der Wirtschaft um Ersatzarbeitsplätze bemühen, versprach Starke.
Ansbach: Soldaten wichtiger Wirtschaftsfaktor
Für die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) hat die Entscheidung, dass die Heeresflieger bleiben, zwei Seiten. Zum einen seien die rund 3.000 Soldaten und ihre etwa 5.500 Familienangehörigen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und das Umland, sagte Seidel. Zum anderen bringe der Erhalt des Heeresfliegerstandorts aber auch weiterhin Probleme mit dem Hubschrauberlärm.
Die Standorte mit Soldaten-Zahl
Auch Bund will helfen
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellte den betroffenen Städten Hilfe des Bundes in Aussicht. "Die Städte und Gemeinden sind unterschiedlich betroffen. Auch von den letzten Umstrukturierungen bestehen noch offene Wunden", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" und fügte hinzu: "Wo immer der Bund Spielräume hat, wird er sicher helfen."
Hintergrund
Momentan unterhält die US-Armee folgende Standorte in Bayern: Ansbach/Illesheim, Bamberg, Garmisch-Partenkirchen, Grafenwöhr, Hohenfels, Schweinfurt und Vilseck. Grafenwöhr ist mit insgesamt 28.000 Beschäftigten, darunter 10.000 Soldaten, der größte Standort. 15.000 Familienangehörige leben in den Kommunen rund um den Standort.
In Hohenfels in der Oberpfalz befindet sich das wichtigste Ausbildungszentrum außerhalb der USA. 2010 gehörte die US-Armee zu den 15 größten Arbeitgebern in Bayern.
Die US-Armee soll in den kommenden zehn Jahren aus Kostengründen von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden.

Wetter


BigMitt, Donnerstag, 09.Februar, 08:01 Uhr
39. @ George
Minderwertige Arbeitsplätze?
Leider ist es mittlerweile so das unsere Bundesregierung( en) es soweit haben kommen lassen das diese Jobs NICHT mehr minderwertig sind, sondern es andersrum ist.
Jobs ausserhalb der Kaserne sind die minderwertigen. Als Zivilbeschäftigter gehts Dir richtig gut und Du wirst sogar ab ner gewissen Betriebszugehörigkeit von der US Armee finanziell unterstützt! Wo hast Du sowas noch in der "Freien " Wirtschaft?
Und die Freiheit die Du durch den Abzug der US Amerikaner gewinnst die musst Du mir mal erklären? Was kannst Du jetzt tun was Du ohne Amerikaner im Land nicht schon jetzt tun kannst?
jahannes, Mittwoch, 08.Februar, 19:47 Uhr
38. fluglärm
den amerikanern gebe ich keine schuld mehr am fluglärm, sie nutzen nur die möglichkeit die ihnen die regierung gibt voll aus die regierung heisst in diesen fall csu,
nur die sind an diesen zustand schuld, die amis währen schon längst abgezogen wenn herr schmidt nicht ewig betteln würde das sie dableiben.
man kann auch sagen das wieder eine chance vertan wurde die stadt neu zu gestalten das heisst die politiker mit ihrer einstellung behindern die wirtschaftliche entwicklung ansbachs.
die meisten die für die amis sind, wohnen entweder nicht ihn den betroffenen gebieten oder haben wirtschaftliche vorteile.
auch die wertschöpfung die viele ansprechen, was kosten uns die stationierung von den amis schauen sie doch mal in google nach oder fragen sie herrn söder
Rondo, Mittwoch, 08.Februar, 17:56 Uhr
37. US-Armee in Ansbach
Stationierungskosten
Der deutsche Steuerzahler leistet – und das wird gerne immer wieder bewußt oder unbewußt unterschlagen - zu den Stationierungskosten der US-Armee in der BRD jährlich einen sehr sehr hohen Beitrag .
Die viel zitierten zivilen Arbeitsplätze in Katterbach, Illesheim etc.
stellt also faktisch nicht das US-Militär zur Verfügung sondern sie werden ebenso wie die Mietkosten und vieles andere , zumindest zu einem erheblichen Teil aus dem deutschen Verteidigungs- und/oder Finanzhaushalt subventioniert.
Benötigen wir die ausländische Militärpräsenz also u.a. als Verteiler unserer Steuergelder in der Region ?
Ich bin überzeugt, zivile Unternehmer würden mit diesen hohen Zuschüssen sicherlich sehr gerne produzieren und damit Arbeitsplätze zur Verfügung stellen - vermutlich sogar mit zeitgemäßen Auflagen hinsichtlich der Lärm- und Abgasemissionen - Auflagen, die man gegenüber der US-Armee so sehr vermißt.
Ich habe bisher immer noch eine gewisse Toleranz an den Tag gelegt in der Hoffnung, daß dieser Lärmterror bald zu Ende geht.
Leider sind diese Hoffnungen dank der bedauerlichen Interventionen einiger CSU-Politiker, denen die Menschen egal sind und die nur an ihren eigenen Profit denken, zerstoben.
Die US-Hubschrauber fliegen weiterhin fast tagtäglich rücksichtslos über die Kleinstädte und Dörfer des Landkreises und mißbrauchen unsere Region mit Lärm und giftigen Abgasen. So schaffen sie sich jedenfalls in Deutschland keine Freunde.
Mein jetziges Fazit : „US-Army go home“ oder sonstwohin !
mehr Kommentare