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Weihnachtsgeschenke umtauschen Das müssen Sie beim Umtausch beachten

Nicht jedes Weihnachtsgeschenk ist ein Volltreffer. Was beim Umtausch erlaubt ist und warum manchmal auch der Kassenzettel nicht hilft.

Stand: 20.12.2017

Umtausch ausgeschlossen? Diese Regeln sollten Sie kennen. | Bild: picture-alliance/dpa

Geschenke umtauschen nach Weihnachten

Ob Sie Weihnachtsgeschenke oder Winterschlussverkaufsschnäppchen umtauschen möchten, ist im Grunde egal - die Rechte der Kunden sind immer dieselben. Wichtig dagegen ist, wo Sie die Ware geakuft haben: Im Internet- und Versandhandel gelten andere Regeln als im Laden.

Wie lange kann man Geschenke umtauschen?

Es gibt nämlich kein Recht auf Umtausch - auch wenn sich der Mythos hartnäckig hält. Die meisten Händler nehmen Waren 14 Tage lang zurück, wenn man den Kassenzettel vorweisen kann. Das ist allerdings reine Kulanz. Wenn die Händler im Schlussverkauf also Schilder mit der Aufschrift "Umtausch ausgeschlossen" aufstellen, bezieht sich das auf den Kulanzumtausch. Einwandfreie Ware oder Ware, die aufgrund eines Fehlers reduziert ist, muss der Händler nicht zurücknehmen. Bei fehlerhafter Ware haben Sie jedoch das Recht auf Reklamation - Schild hin oder her.

Die 14-tägige Rückgabemöglichkeit besteht nur bei Internet- und Versandhandel. Hier können Kunden Waren ohne Angabe von Gründen binnen zwei Wochen zurücksenden.

Umtausch ist nicht gleich Umtausch

Wenn Sie etwas umtauschen, handelt es sich rechtlich um zwei verschiedene Begriffe: Widerruf und Umtausch.

Bei sogenannten Fernabsatzgeschäften, also Kauf bei Online-Shops oder Versandhändlern, haben Sie das Recht auf Widerruf. Der Käufer gibt hier dem Verkäufer die Ware zurück und bekommt den Kaufpreis erstattet. Dieses Recht auf Widerruf ist gesetzlich geregelt, die Frist beläuft sich auf 14 Tage, Händler können sie verlängern.

Im Gegensatz dazu ist der Umtausch keine gesetzliche Regelung. Die meisten Händler bieten einen Umtausch an, das ist allerdings freiwillig. Die Fristen, die er hierfür nennt, sind dann jedoch verbindlich. Ebenfalls anders: Der Kunde kann entweder den Kaufpreis zurückerhalten, es ist aber auch möglich, dass er einen Gutschein oder neue Ware bekommt. Verspricht der Händler allerdings "Geld zurück", muss er sich auch daran halten.

Quelle: Stiftung Warentest

Versandkosten

Wer im Internet oder Versandhandel bestellte Waren zurücksendet, muss den Versand zahlen. Viele Händler sind aber kulant und übernehmen die Versandkosten.

Umtausch ausgeschlossen

Bestimmte Produkte können überhaupt nicht zurückgegeben werden. Lebensmittel, Kosmetika, Unterwäsche, Bademoden und individuell gefertigte Produkte werden in der Regel nicht zurückgenommen. DVDs, CDs und Spiele nehmen Händler nur bei versiegelter Verpackung zurück.

Reklamation

Anders sieht es aus, wenn die Ware defekt ist oder nicht hält, was sie verspricht. Das ist rechtlich gesehen jedoch kein Umtausch, sondern eine Reklamation. Hier verjähren die Ansprüche erst nach zwei Jahren. Der Kassenzettel belegt das Kaufdatum. Zur Not können auch eine Kreditkartenabrechnung oder der Kontoauszug als Nachweis dienen.

Allerdings darf der Händler erst versuchen, die Ware zu reparieren oder einen Ersatz anzubieten. Wenn beides nicht klappt, können Sie einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware gegen Geld zurückgeben.

Gewährleistung

Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben. Gewährleistungsrechte hat der Kunde gegenüber dem Händler. Von ihm können Sie bei Mängeln Nachbesserung verlangen.

Voraussetzung: Der Mangel war schon beim Kauf vorhanden oder zumindest angelegt. Der Händler muss den Mangel beseitigen. Er hat zwei Versuche. Klappt die Reparatur nicht, oder hat eine Nachbesserung keinen Sinn, können Sie den Preis mindern oder vom Kauf zurücktreten.

Unter Umständen ist sogar Schadenersatz möglich.

Ein Mangel liegt übrigens auch vor, wenn die Ware nicht hält, was der Händler versprochen hat. Beispiel: Ein Navigationsgerät, das für ganz Europa taugen soll, aber kein Kartenmaterial für Spanien und Portugal enthält.

Frist bei Neuwaren: 24 Monate.
Frist bei Gebrauchtwaren: 12 Monate.

Quelle: Stiftung Warentest

Vorsorgen

Im Idealfall haben Sie sich bereits im Voraus über Rückgabe- und Umtauschmodalitäten informiert. Für den Kunden ist die Rückzahlung des Kaufbetrags die beste Variante.

Viele Geschäfte bieten nur einen Gutschein an, der in diesem Laden eingelöst werden kann. Gutscheine verjähren nach drei Jahren, die Frist beginnt zum Jahresende. Wenn die Frist abgelaufen ist, haben Sie laut Verbraucherzentrale Anspruch auf Erstattung des Geldwertes, weil der Händler das Geld bereits erhalten hat. Würde er es einbehalten, wäre er "ungerechtfertigt bereichert", wie es im Juristen-Deutsch heißt.

Wenn der Pullover nicht passt: So können Sie aus einem alten Pullover einen Wärmflaschenbezug nähen.


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