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Stromanbieter wechseln Das müssen Sie wissen

Wenn die Strompreise steigen, kann ein Anbieterwechsel bares Geld sparen. Doch nicht alle Vergleichsanbieter helfen bei der Entscheidung für einen neuen Stromtarif. Worauf Sie unbedingt achten sollten.

Stand: 08.11.2017

Eine Stromrechnung liegt auf einem Tisch. | Bild: picture-alliance/dpa

Wie finde ich einen günstigeren Anbieter?

Im Internet finden Sie viele verschiedene Vergleichsportale, die auf Basis Ihres Verbrauchs errechnen, welcher Anbieter für Sie der günstigste ist. Grundsätzlich sind diese Portale verlässlich - vorausgesetzt man beschäftigt sich als Verbraucher ein wenig damit.

Philipp Grammes aus der Bayern 1-Verbraucherredaktion: "Ich sollte zum Beispiel schauen, welche Voreinstellungen in den Portalen vorgenommen worden sind, und hier vor allem darauf achten, dass besondere Bonuszahlungen, die vielleicht nur im ersten Jahr gelten, nicht mit eingerechnet werden, wenn ich einen günstigen Anbieter für zwei oder mehr Jahre suche." Wer auf solche Voreinstellungen achtet, kann so einen günstigeren Anbieter finden.

"Grundsätzlich würde ich immer raten, mehrere Vergleichsportale parallel zu nutzen, um einfach ein breiteres Bild zu bekommen. Und dann unbedingt in den Portalen die Kriterien einstellen, nach denen gesucht wird: monatliche Zahlungsweise (ganz wichtig), dann kurze Kündigungsfrist, kurze Anschlusslaufzeit und als letztes eine Preisgarantie, die mindestens so lange geht, wie die Laufzeit des Vertrages dauert."

Philipp Grammes, Bayern 1-Verbraucherredaktion

Worauf muss ich bei Vergleichsportalen achten?

Verbraucher sollten sich nicht auf ein Portal allein verlassen, sondern die Ergebnisse mehrerer Anbieter vergleichen. "Wenn ein Tarif dort überall relativ prominent in den Suchergebnissen auftaucht, dann kann ich schon sicher sein, dass dieser Tarif tatsächlich günstig ist", sagt der Bayern 1-Verbraucherexperte Grammes.

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Die Vergleichsportale haben unterschiedliche Geschäftsmodelle. Während manche einen Teil Ihrer Ersparnis durch den Anbieterwechsel verlangen, bekommen andere eine Provision vom jeweiligen Stromversorger, wenn Sie als Verbraucher einen neuen Vertrag abschließen. Hinzu kommen Portale, die Angebote nicht einmalig vergleichen, sondern fortlaufend und damit immer den günstigsten Tarif für ihre Kunden bestimmen wollen.

Egal für welchen Vergleichsanbieter Sie sich entscheiden, sollten Sie auf zwei Punkte achten: Legt der Anbieter sein Geschäftsmodell offen - erklärt er also, woran er bei einem Wechsel verdient? Und: Bleibt die Entscheidung welchen Tarif Sie am Ende wählen bei Ihnen? Dieses Recht sollten Verbraucher nie aus der Hand geben, empfiehlt Grammes.

Auf welche Fristen muss ich bei einem Anbieterwechsel achten?

Wer den Stromanbieter wechseln will, muss wie bei jedem anderen Vertrag auch die Kündigungsfrist einhalten. Es gibt aber eine Ausnahme, sagt Philipp Grammes: "Wenn mein Stromanbieter den Preis erhöht, kann ich sofort kündigen – egal, wie lange der Vertrag noch läuft. Und nachdem viele Anbieter angekündigt haben, dass sie zum Jahreswechsel mehr Geld verlangen, ist das die gute Gelegenheit, dieses Sonderkündigungsrecht zu nutzen und zu wechseln."

Auch wer bei seinem Anbieter den Grundtarif nutzt, der laut Grammes meist die teuerste Option ist, kann relativ schnell aus seinem Vetrag raus: "Als Grundtarif-Kunde habe ich immer nur zwei Wochen Kündigungsfrist."

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