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Pilze aufwärmen, Joghurtdeckel ablecken Spinat aufwärmen und andere Küchenmythen

Spinat sollte man nicht wieder aufwärmen und den Inhalt aus geöffneten Dosen unbedingt umfüllen? Welche Küchenmythen stimmen - und welche nicht.

Stand: 16.02.2017

Spinat wird in einer Pfanne auf dem Herd erwärmt. | Bild: colourbox.com

Darf man Spinat wiederaufwärmen?

Mittlerweile ja. Die Regel Spinat nicht aufzuwärmen stammt aus der Zeit bevor es Kühlschränke gab - und damals war das tatsächlich sinnvoll. Steht gekochter Spinat zu lange bei Zimmertemperatur, können Bakterien das enthaltene Nitrat in Nitrit umwanden, woraus krebserregende Nitrosamine entstehen können.

Wer den Spinat aber im Kühlschrank aufbewahrt, kann ihn einmal wiederaufwärmen. Babys und Kleinkinder sollten aber sicherheitshalber keinen aufgewärmten Spinat essen.

Darf ich Pilze wiederaufwärmen?

Ja. Allerdings sollten Sie auch hier darauf achten, die gegarten Pilze schnell abzukühlen und sie im Kühlschrank aufzubewahren.

Darf ich geöffnete Dosen im Kühlschrank aufbewahren?

Geöffnete Dose aufbewahren? Das geht!

Auch diese Küchenweisheit stammt aus einer anderen Zeit. "Früher waren Dosen innen nicht beschichtet, da bestand die Gefahr, dass sich Zink löst und in das Lebensmittel gelangt", sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Mittlerweile gibt es diese Beschichtung zwar, Daniela Krehl empfiehlt aber trotzdem, den Doseninhalt umzufüllen: "Wenn man die Lebensmittel abdeckt, ist das immer besser."

Lassen sich Eier leichter schälen, wenn man sie abschreckt?

"Es ist tatsächlich so, dass sich dadurch das Innere des Eis schneller zusammenzieht. Wenn aber das Ei frisch ist, lässt es sich einfach schwer schälen", sagt Ernährungsexpertin Krehl. Wer die Eier länger aufbewahren will, sollte auf den Kälteschock nach dem Kochen verzichten: Durch das kalte Wasser bilden sich feine Risse, durch die bei der Lagerung Bakterien eindringen könnten.  

Ist es gesundheitsschädlich den Joghurtdeckel abzulecken?

Nicht mehr. "Die Deckel sind mittlerweile so beschichtet, dass gar kein direkter Kontakt zum Aluminium mehr besteht", sagt Daniela Krehl. Die Gefahr, über den Deckel in Kontakt mit zu viel Aluminium zu kommen, besteht daher nicht mehr.

Kann man den Inhalt noch essen, wenn eine Dose gewölbt ist?

Nein. "Wenn der Deckel der Dose sich wölbt, ist das ein Hinweis auf Bakterien im Lebensmittel", sagt Krehl. Das Bakterium produziert das sogenannte Botulinus-Toxin, das zu Muskellähmungen führen kann. Da die Bakterien sich durch die Luft verbreiten, sollten Sie die Dose gar nicht erst öffnen. "Durch die hohen Standards bei der Lebensmittelproduktion hierzulande kommt das aber eigentlich nicht mehr vor", sagt Krehl.


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Franz Brueger , Donnerstag, 16.Februar, 16:56 Uhr

2. Der Spinat

Ich kann mir kaum vorstellen, daß wir heute noch am Leben sind. Wenn das alles hätten stimmen sollen, würden wir als Kinder in den 50. und 60. Jahren das Leben nicht bestanden. Der Kühlschrank, war unter dem Fenster mit Luftlöcher nach draußen.

Hannelore Ferner, Donnerstag, 16.Februar, 12:39 Uhr

1. Rosa gebratenes Fleisch/Wild/Geflügel

Überall liest man, dass Fleisch, Wild und Geflügel durchgebraten werden muss. Bei Kochsendungen im Fernsehen ist immer zu sehen, dass
die Fleischgerichte, ja sogar Wild (Rehrücken) und Entenbrust etc. nur ganz kurz angebraten werden und beim Aufschneiden noch ziemlich "blutig" serviert werden. Ist dies ein anderes Fleisch als das, was ich als Normalbürger kaufen kann? Mir stellt sich die Frage: Bin ich bei "rosa gebratenem Fleisch" noch auf der sicheren Seite?

  • Antwort von G. Gruner, Freitag, 17.Februar, 00:01 Uhr

    Ich habe einmal gelernt, dass Geflügel für die Verbreitung von Salmonellen besonders anfällig war. Deshalb gab es bei uns in der Gaststätte eine strikte Trennung für Fleisch, Fisch und Geflügel, was die Unterlagen und teilweise auch die Messer betraf. Ich habe letztens auch rose'-farbene Entenbrust angeboten bekommen. Ich habe es gegessen, weil ich höflich bin, aber das mulmige Gefühl, dass ich dabei hatte, empfinde ich noch heute. Und wir wissen nicht, in welcher Massenhaltung das Tier gelebt hat, wieviel andere Krankheitskeime jetzt relevant beim Verzehr halb gegarten Fleisches entsteht. Rind oder Schwein dürfen blutig sein, aber Fisch muss auch gut durch sein.
    Man kann mit sanften Temperaturen und längeren Garzeiten dafür sorgen, dass nichts austrocknet und kein Stück Fleisch zum zweiten Male gestorben ist.