Traudi Siferlinger und die Uth Büebe.
"Huraxdax!" Kinder machen Volksmusik
"Wanns d a Oachkatzl wuist fanga, muasst an Ast auffiglanga", da beißt die Maus keinen Faden ab. Für die jungen Sänger und Musikanten gilt erst recht das Mott: "Von nix kommt nix!" Unser "Huraxdax 2011" am 29. Oktober war einfach super!
Mucksmäuschenstill ist es im Studio 2, als die jungen Sänger und Musikanten die Bühne betreten. Vor lauter Spannung trauen sich die kleinen Gäste nicht einmal zu klatschen. Aber das ändert sich schnell! "Derfts scho klatschen!" lädt Moderatorin Traudi Siferlinger ein – und mit dem ersten tosenden Beifall bricht auch "das Eis".
Die „Goldbachzeiserl“ aus der „Justus-von-Liebig-Schule“ in Heufeld machen den Anfang mit ihrem Fußball-Lied. „Wenn Sechzge gegen Bayern spuit, dann radeln ma auf Minga…“ Lehrer Hans Schnitzlbaumer hat „seinen“ Goldbachzeiserln Lied und Text geschrieben, boarische Lieder sind ihm wichtig. “Mundart ist etwas Wunderbares, und sie bildet auch das Herz“, sagt er, und seine Kinder sind der beste Beweis dafür. 50 bayerische Lieder für Kinder hat er geschrieben, im Internet sind sie unter dem Stichwort „Umweltwichtl“ zu finden und kostenlos herunterzuladen.
Aus Arnbruck im Bayerischen Wald sind die Weinfurtner Kinder ins Funkhaus gekommen. Peter und Oskar haben ihre diatonischen Harmonikas dabei. Als Mitglieder der Regensburger Domspatzen bleibt ihnen im Internat in Regensburg nur wenig Zeit zum Ziach-Spielen, Umso lieber musizieren sie dann daheim miteinander im Café im Glasdorf Weinfurtner. Präzise und musikantisch spielen die beiden, und es ist eine wahre Freud, ihnen zuzuhören. Und außerdem haben sie noch ihre zwei kleinen Geschwister mitgebracht, die neunjährige Maria und den Michi, und wenn man den Michi fragt, was er einmal werden will, dann hat er die Antwort gleich parat: erst Glasmacher, dann Schmied – und dann vielleicht noch Jager! Vier Geschwister, die miteinander singen und musizieren!
Musikanten-Drama im Allgäu
Auf der anderen Seite der Bühne sitzen noch einmal vier Geschwister, die Uth Buebe aus Obermeiselstein im Allgäu. Sauber schauen sie aus, mit ihren Gamsbärten auf den Hüten, haben Trompete, Diatonische Ziach, Kontrabass mitgebracht – und auch die Klarinette ist jetzt da! Die wär allerdings vor lauter Aufregung fast daheim geblieben. Gut, dass es n o c h einen Bruder gibt. Der hat die Klarinette im letzten Moment noch angeliefert…
Die Berger Dirndl sind drei Schwestern aus Bernau am Chiemsee, Elisabeth, Christine und Martina und mit Zither, Hackbrett und Gitarre beim Huraxdax. Zwölf Jahre singen und spielen sie schon miteinander, und es hat sich rentiert! Gleich zwei Mal haben sie den „Wasserburger Löwen“, einen renommierten Volksmusik-Preis, einheimsen können – einmal fürs Singen und einmal fürs Spielen. Üben hilft tatsächlich, sagen die drei Schwestern, auch wenns nicht immer ganz leicht fällt.
Aus dem Berchtesgadener Land sind die Geschwister Nutz beim Huraxdax dabei. Katharina ist zehn, seit drei Jahren darf sie Harfe lernen. „Drei Jahr hob i bettelt“, erzählt sie – und dann hat sie schließlich ihr Lieblings-Instrument bekommen. Ihre Schwester Veronika spielt Flöte, beide singen das Lied vom Musketier mit seiner saitenlosen Bassgeige. „Hinten bei der Stadltür“ – mit dieser Melodie beginnt die Bayern1-Volksmusik jeden Tag. Singen und sich selber begleiten – eine echte Kunst! Geübt, sagen sie, wird jeden Tag. Und im Winter, da wird gschnoizt, erzählt die Veronika von ihrem Hobby: „Do hod ma a Goaßl, und dann haut ma ummadum, und na duads an Duscherer!“. Aha – so ist das.
Traudi Siferlinger entlockt den Kindern die schönsten Geschichten, freut sich über so viel Musikalität bei ihren kleinen Gästen und darüber, wie schön es ist, wenn Geschwister miteinander musizieren. Ihr Fazit nach zwei Stunden: „Besser konns gar net sein!“ Und als Dankeschön bekommt sie von den Weinfurtner Kindern einen leibhaftigen gläsernen „Huraxdax“ geschenkt. Das Große Finale hat schon Tradition: Alle singen und spielen miteinander das „Huraxdax-Lied“: „Huraxdax, Huraxdax – mia san heit guad drauf!“ Ja, das hat man gemerkt!

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