Bayern 1 - Rucksackradio


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Im Winzerort Castell Launiges Weinwandern

Mit dem Wandern ist es wie mit dem Wein: Der Ober- und Niederbayer denkt da in erster Linie an seine Berge, die Alpen, und gönnt sich am Abend ein Glas Rotwein aus Südtirol. Doch auch der Norden von Bayern hat seine Reize.

Stand: 09.05.2013
Weinort Castell | Bild: BR, Jürgen Gläser

In Rhön, Spessart oder Steigerwald lässt es sich ebenfalls vorzüglich Wandern - und den Frankenwein gibt es direkt vor der Tür. Das fränkische Weinland endet im Winzerort Castell. Hier beginnt der steile Anstieg hinein in den Steigerwald.

Auch im vermeintlichen Flachland kann man ganz schön aus der Puste kommen. Die Wanderer starten unten in Castell und müssen an der mächtigen Kirche vorbei hinauf zum Schlossberg. Wer es noch etwas steiler möchte, der nimmt die „Direttissima“ durch die Weinberge. Karl Heinz Rebitzer leitet das Fürstlich Castell‘sche Domänenamt, also das Weingut, denn Castell hat ein Fürstenhaus mit einem stattlichen Schloss. Vor 350 Jahren wurde in Castell der erste urkundlich erwähnte Silvaner in Franken gepflanzt. Durch diese ehrwürdigen Weinberge rund um Castell führen vier Wege unterschiedlicher Länge von zweieinhalb bis acht Kilometer.

Der Parkplatz am Schlossberg oberhalb von Castell ist ein guter Ausgangspunkt für die Wanderungen im Naturpark Steigerwald. Sehr schön lässt es sich auf dem Höhenzug hinüber zum Friedrichsberg wandern. Wer den Weg rund um Wüstenfelden läuft, kommt am alten Forsthaus vorbei. Auf der Koppel grasen Pferde, denn Fritz Riedel, ein gebürtiger Ingolstädter, fertigt in diesem Haus mitten im Steigerwald Westernsättel an. 2005 und 2007 erhielt er in den USA die Auszeichnung „Bester Westernsattelmacher der Welt“ - das ist quasi der Oscar der Sattelmacher.

Und wie endet der perfekte Tag in und rund um Castell? Mit einem Picknick abends auf dem Schlossberg, dazu ein kühler Silvaner. Wenn dann mit Blick in Richtung Würzburg die Sonne untergeht, geht einem garantiert das Herz auf.

Castell


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