Der Rilke-Weg bei Triest Auf den Spuren von Dichtern und Denkern
Das Schloss Duino auf einem Felssporn oberhalb des Meeres: Für Rilke-Liebhaber ist der Ort ein Mythos. Denn hier hat Rilke vor 100 Jahren die erste seiner "Duineser Elegien" geschrieben, der Höhepunkt seines dichterischen Schaffens. Ein Weg, der Rilke-Weg, führt an den Steilklippen entlang hinüber nach Sistiana.
Zum literarischen Genuss kommt hier der Blick auf eine atemberaubende Landschaft dazu. Und diesen Blick hat auch Rainer Maria Rilke genossen.
Rund vier Monate hat Rilke auf Schloss Duino gelebt, auf Einladung der Fürstin Marie von Thurn und Taxis. Wochenlang bewundert er das blaue Meer, ärgert sich über den kalten Borawind, jammert über die fehlende Inspiration und bringt dann doch etwas zu Papier, was er später die "Duineser Elegien" nennt – eine der wichtigsten Dichtungen Rilkes.
Wer das Schloss Duino besichtigt, den Blick aufs Meer genießt, der kann etwas von der Inspiration erahnen, die Rilke hier gespürt haben muss.
Vom Schloss nach Sistiana
Direkt vom Schloss führt der Rilke-Weg die wenigen Kilometer hinüber nach Sistiana. Der Weg steigt vom Schloss an, immer entlang der Steilküste. Bis auf 90 Meter über dem Meer geht es hinauf, mit grandiosem Ausblick auf Triest, Istrien und die flache Halbinsel mit Grado.
Mal geht es ein Stück durch Karstwald mit Steineichen und Büschen, mal offen über den Karst selbst: eine bizarre Steinwüste mit grauen Zacken, Rillen und Löchern – und drunten die blaue Adria.
Mediterrane Düfte
Es duftet nach Meeresfenchel und Salbei, Schmetterlinge schweben scheinbar schwerelos durch die Luft. Der Rilke-Weg endet nach gut einer Stunde in Sistiana – einem bekannten Badeort im Golf von Triest. Und bei einem kühlen Glas Friulaner Weißwein und dem Blick aufs Meer könnte man fast zur Feder greifen und selbst zu dichten beginnen.
Weitere Informationen zum Weg: triesteturismo.net Zum Schloss: castellodiduino.it

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