Almschoten und Hochwipfel Ein Streifzug über die Gailtaler Almen
Im Süden Österreichs, in Kärnten, liegen einige der naturbelassensten Täler der Alpen. Eines dieser Täler ist das Gailtal. Im Süden verläuft hier der Karnische Kamm an der Grenze zu Italien. Im weitläufigen Berggebiet liegen die Gailtaler Almen, nicht nur idyllische Ausflugsziele, sondern auch bekannt für eine ganze Reihe spezieller Produkte wie zum Beispiel den Gailtaler Almschoten.
Ein Holzfeuer knistert unter dem Kupferkessel. In langer Familientradition hat der Almbauer Christoph Wassertheurer gelernt, die Hitze des Feuers unter dem Kaskessel genau zu regulieren.
Auf der Kleinkordin-Alm köchelt gerade, sozusagen als zweiter Aufguss, die nach dem eigentlichen Käseschöpfen übriggebliebene Molke. Während sie sonst oft weggeschüttet wird, entsteht hier nochmal ein Spezialprodukt: der Almschoten. Wenn das Eiweiß „ausgeschotet“‘, also von der Brühe getrennt ist, wird auch noch der Rest noch verwendet. Jenseits der Grenze, in Italien, heißt der Almschoten Ricotta.
Alle Produkte vom Gailtaler Almkäse über den Almschoten und den Speck sind mit Herkunftsangabe geschützt, weil sie derart natürlich und bodenständig erzeugt sind. Authentisch wie das Gailtal selbst.
Das Richtung Villach verlaufende Bergtal ist unverfälscht geblieben. Man spürt und erlebt es auf der Wanderung am Karnischen Kamm über der Kleinkordin-Alm mit der feschen Daniela Hohenwarter. Wer ihr etwas näher kommen möchte, der müsste schon am Kufenstechen teilnehmen, das jährlich im Sommer in den Dörfern unten im Tal stattfindet.
Überhaupt wird Brauchtum groß geschrieben und auch beim Lindentanz die Gailtaler Tracht getragen: Zipfelmütze, Reiterstiefel bis über die Knie und blaue Stutzen für die Burschen und für die Mädchen gewickelte Unterröcke aus jeweils sechs Metern Stoff.
Der nächstliegende Aussichtsberg in dieser sanften und zugleich wilden Landschaft ist der kann 2200 Meter hohe Hochwipfel.
Die Brotzeit gibt es dann unten auf der Kleinkordin-Alm.
Aufgetischt werden die Gailtaler Spezialitäten, von denen sich sogar die Italiener anlocken lassen. Almschoten, Speck und Almkäse sollen auch schon dem Bischof von Aquileia an der Adria im 13.Jahrhundert gemundet haben. Sie schmecken bis heute!

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