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Bär & Dornbusch Der Gallusweg

Die Ostschweizer Universitätsstadt St. Gallen feiert Jubiläum: Am 16. Oktober, dem Namenstag des Heiligen Gallus, geht in der Stadt und im Kanton das Gallus-Jahr zu Ende. Anno 612 kam der irische Mönch Gallus durch Sumpf und Urwald vom Bodensee hierher und fiel der Legende nach in der wilden Mülenen-Schlucht in einen Dornbusch.

Stand: 13.10.2012
Der Gallusweg | Bild: BR, Christoph Thoma

Das war ihm ein Fingerzeig Gottes. Er beschloss an dieser Stelle eine Klause zu errichten, das heutige Kloster St. Gallen. Auf den Spuren des populären Heiligen kann man heute auf dem Gallusweg von Arbon am Bodensee entlang der Steinach in die „Stadt der 1000 Treppen“ wandern.

Die Kathedrale - Herz des Klosterbezirks

Sankt Gallen ist Bischofssitz und Universitätsstadt. Vor der imposanten Kulisse des Alpsteinmassivs mit dem Säntis liegt in hügeligem Voralpenland die Ferienregion St. Gallen-Bodensee. Wanderer treffen hier auf Studenten und Geschäftsleute. Die kleine Metropole der Ostschweiz verdankt ihren Ruf nicht nur dem Weltkulturerbe des Stiftsbezirks, sondern auch den Erfolgen der Textilbranche: St. Galler Spitze und Stickerei flanieren noch heute über die Laufstege der Modemetropolen.

Blick über St. Gallen zum Bodensee

Zurück in die Vergangenheit: Vor seinem Aufbruch in die Wildnis des Steinachtobels erholte sich Gallus in Arbon von einer Krankheit. Überhaupt zog es den leidenschaftlichen Fischer immer wieder an den Bodensee zurück. Hier starb er auch hochbetagt am 16. Oktober 641.

Startpunkt Arbon am Bodensee

In Arbon, der ältesten christlichen Gemeinde am Bodensee, trennte sich vor 1400 Jahren Gallus von seinen Gefährten und kämpfte mit dem Teufel. Der Gallusstein in der Galluskapelle trägt seine Fußspuren. Friedlicher wirkt die Umgebung des Kirchleins. Radfahrer strampeln sich auf dem Bodensee-Radweg ab, Schwäne dümpeln am Ufer, Segelschiffe schweben am Horizont.

Durch die Obstgärten des Thurgaus

Am Seeufer entlang führt der Gallusweg bis zur Steinach-Mündung, dann durch die Obstgärten des Thurgaus hinauf zur Steiner Burg. Nach der Ruine windet sich der mit hellgrünen Rechtecken markierte Pfad durch den Steinach-Tobel. Hier scheint die Landschaft immer noch so wie zur Zeit des Heiligen.

Blumenpracht am Wegrand

In Moerswhil beginnt die wohl schönste Wegstrecke mit prächtigen Bauernwiesen und einem herrlichen Blick auf den Bodensee.

Besenbeiz Reggenschwyl

Nach zwei Stunden kommt die Besenbeiz Reggenschwyl gerade recht. In der kleinen Hütte mit Selbstbedienung gibt es Äpfel und Marmelade, Brot und Kuchen, ja sogar Schinken und Käse. Auch eine Kaffeemaschine steht bereit. Und das Vertrauen ist groß, dass man seine Zeche auch zahlt.

Markierung Gallusweg

Die „Via Galli“ führt dann nahe einer historischen Richtstätte in den Galgentobel hinab, zu Ziegen und Zügen. Entlang der Schienen, durch Tunnel und über Brücken, zielt der Weg zum Kirchturm von Neudorf.

Kirchturm von Neudorf

Hier ist das Stadtgebiet St. Gallen erreicht. Zu Füßen des Freudenbergs rauscht die junge Steinach. Wo Gallus das Wasser fand, in den Dornbusch stürzte und einem legendären Bären begegnete, entstand das Benediktiner-Kloster St. Gallen, im Mittelalter die Schreibstube des Abendlands.

Altstadt St. Gallen

Seit 1983 ist die historische Abtei mit barocker Kathedrale und Stiftsbibliothek UNESCO-Weltkulturerbe. „Junge Weltstadt zwischen See und Säntis“, nennt sich das grüne St. Gallen selbstbewusst. Der Gallusweg ist vielleicht die schönste Art hier anzukommen.

St. Gallen


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