Bayern 1 - Rucksackradio

Im Windschatten des Hagengebirges Mit den Eltern der "Huberbuam" auf Skitour

Unter den Spitzenalpinisten der Gegenwart zählen die Huberbuam aus Berchtesgaden zu den berühmtesten. Nicht so im Rampenlicht stehen die Eltern Maria und Thomas Huber. Für sie sind die Berge zum Lebensmittelpunkt geworden. Wir haben sie auf eine Skitour aufs Roßfeld über dem Königssee begleitet.

Stand: 11.02.2012
Mit den Eltern der "Huberbuam" auf Skitour | Bild: BR, Georg Bayerle

Zuhause sind sie in Berchtesgaden – und es muss nicht immer der Watzmann sein.

Passionierter Sänger und Geigenspieler

Thomas und Maria Huber mit dem Bergfreund Rainer auf Tour

So geräuschvoll quietscht und knarzt der Schnee nur bei unter minus 10 Grad. Aber weder die Eiseskälte noch der Nebel halten Maria und Thomas Huber von der Bergtour ab. Im Gegenteil. Wie sie so dahingehen, denken sie vor allem an die Freude des Unterwegsseins in den Bergen. Thomas Huber, 72 Jahre alt, brennt noch wie eh und je für die Gipfel. Früher waren die Berchtesgadener Alpen vom Familiensitz bei Traunstein aus ihre ersten Berge – heute leben sie hier. Thomas Huber, selbst passionierter Sänger und Geigenspieler, fällt beim Tourengehen immer eine Melodie ein, die ihn oft den ganzen Tag begleitet, sagt er.

Am Waldrand liegt weniger Schnee.

Bei Touren, die ihn gerade im Winter auf die großen klassischen Routen im Berchtesgadener Land führen, die Große Reib’n oder die Tour aufs Watzmann-Hocheck, die bei guten Bedingungen 2000 Höhenmeter Abfahrtsvergnügen verspricht. Die Touren der Heimat sind für ihn aber vor allem auch als Vorbereitung auf die großen Touren in den Westalpen gedacht, die er immer noch mit dem seit 50 Jahren gleichen Kletterfreund unternimmt.

Watzmann-Ostwand im Nebel

Die Watzmann-Ostwand im Blick

Bei klirrender Kälte gehen wir in einem ständigen Wechsel aus Nebel und Sonnenfenstern und dann taucht – zuerst wie ein Fantasiegebilde – die Watzmann-Ostwand aus dem Nebel auf. Ungezählte Male hat Thomas Huber die Paradewand der Ostalpen auf allen gängigen Wegen durchstiegen, dreimal auch mit seiner Frau und einmal als „Betriebsausflug“ mit den Kindern und Schwiegerkindern. An diesem Tag sind wir im Windschatten des Hagengebirges in weitem Bogen über dem Königssee zum Roßfeld hinaufgelaufen – sozusagen die Kleine Reib‘n von hinten her.

Auf dem Roßfeld

Gemütlich, landschaftlich großartig und für Maria und Thomas Huber allenfalls ein kleiner Winterspaziergang auf Skiern, bei dem sich die große Leidenschaft für die Berge auch an diesem Tag ausspricht. Watzmann, Steinernes Meer und Hagengebirge scheinen immer wieder nur im Zwielicht aus dem Nebel auf. Einen Gipfel gibt es hier auf dem Roßfeld gar nicht. Aber es ist eine Tour, die alle mit ihren Eindrücken vom Berchtesgadener Hochgebirge tief erfüllt.