Skitour am Hochvogel Stiller Winkel in den Allgäuer Hochalpen
Wenn Allgäuer Bergführer einmal für sich selbst auf Tour gehen, dann wollen sie allein sein mit sich und ihren Bergen.
Freilich: Diese abgelegenen Winkel in den Allgäuer Hochalpen im Winter zu begehen, stellt eine besondere Herausforderung dar.
Oft sind die Bergflanken verblasen, der Schnee reicht nicht, oder, andersherum: Es hat zuviel geschneit und die Lawinengefahr ist groß. In den Bilderbuchtagen der vergangenen Wochen aber hat es geklappt: Dominik Bartenschlager von der Bergschule Hindelang, der Oberstdorfer Bergführer Felix Berktold und ihr Freund Jakob Dondl sind für zwei Tage aufgebrochen in die Region unterm Hochvogel.
Die drei sind um die 30 Jahre alt und suchen für sich die Einsamkeit und Einfachheit im Hochgebirge. Von Hinterstein aus zieht sich das Ostrachtal weit ins Gebirge. Der Wanderbus bringt Touristen bis zum Giebelhaus. Von hier startet die Tour erst auf dem Fahrweg ins Bärgündeletal, dann über die Bäche im Talgrund und über eine Steilstufe die Hänge hoch bis zum 1881 erbauten Prinz-Luitpold-Haus.
Die DAV-Hütte liegt im Winter verwaist da. Für die unverfrorenen Bergsteiger aber gibt es eine Winterhütte gleich nebenan. Da seit dem Herbst niemand mehr hier oben war, müssen die drei erst den Eingang freischaufeln. Holz hacken, Schnee schmelzen - es dauert, bis der tiefgefrorene Innenraum auf über 0 Grad aufgeheizt ist.
Anderntags liegt der Felskessel über dem Luitpold-Haus in bestem Licht. Das Ziel ist der Kreuzkopf, 2260 Meter hoch, eine Erhebung im Berggrat, der vom Hochvogel herabzieht. Der ausgeprägteste Gipfel des Allgäus bleibt diesmal nur fürs Staunen. Der Blick reicht hinüber in die Hornbachkette und die Lechtaler Alpen, mit ihren steilen Felsflanken liegt die Höfats da, Mädelegabel und Trettach vervollständigen die Allgäuer Berg-Prominenz.
Die Abfahrt: im unberührten Schnee, wo jeder seine eigene Spur ziehen kann, ein wunderschönes Erlebnis, das wie im Flug vergeht. Nach zwei Tagen im winterlichen Allgäuer Hochgebirge nehmen die drei viel mit: das Gefühl einer tiefen Harmonie, im Gleichtakt mit Freunden unterwegs zu sein, nur auf sich selbst gestellt und ausgerüstet mit dem, was sie bei sich haben.
Freilich: Die hochalpine Tour erfordert beste bergsteigerische Kenntnisse und insbesondere viel Erfahrung mit der Schneelage und der Wegsuche.

Wetter






