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Zauberwald und Märchensee Winterrunde um den Eibsee

Zu Füßen des eindrucksvollen Wettersteingebirges mit der Zugspitze als krönendem Abschluss liegt auf rund 1000 Meter Höhe der Eibsee. Im Sommer ist er ein beliebtes Ausflugsziel, doch im Winter noch ein Geheimtipp, denn auf einer Wanderung rund um den Eibsee begegnet man im Schnee fast niemandem, und oftmals hüllen Nebelschwaden die Berge und den See malerisch ein und zaubern ein Wintermärchen herbei.

Stand: 18.02.2012
Winterrunde um den Eibsee | Bild: BR, Ulrike Nikola

Gemächlich zuckelt die Bayerische Zugspitzbahn die letzten Meter von Grainau hoch zum Eibsee. Schon beim Aussteigen fällt der Blick auf das eindrucksvolle Wettersteingebirge mit der Zugspitze.

Von der Haltestelle sind es nur wenige Schritte hinunter zum See. 200 Meter weiter und man befindet sich schon in absolut freier Natur. Außer dem Eibsee-Hotel unter Führung von Peter Rieppel gibt es hier kein einziges Haus und keine Straße. Nur das sanfte Rauschen der Fichten ist zu hören. Der Weg rund um den Eibsee führt mal auf kleine Anhöhen, mal wieder hinunter zum Wasser. Da der Eibsee nicht kreisrund ist, sondern mehrere Buchten und Einschnitte ins Gebirge bildet, bietet die Wanderung ständig neue Ein- und Ausblicke. Im Norden sind die Oberammergauer Berge zu sehen, ganz im Südwesten der Daniel, der ein bisschen aussieht wie das Matterhorn - ein spitzer, kubischer Felsklotz von vorn, von hinten dagegen ein reiner Grasberg.

Am Wegesrand plätschert das Wasser von den Bergen herunter und speist den Eibsee, der auch mehrere kleine Ableger hat wie den Frillensee, den Steinsee und das Drachenseelein. Auf dem Wasser schimmert die Eisdecke silbrig-türkis, umrahmt vom verschneiten Winterwald und der eindrucksvollen Bergkulisse. Die gemütliche Winterwanderung im Schnee dauert ungefähr zwei Stunden. Kindern macht es besonders viel Freude, ein wenig abseits des Weges zwischen den Bäumen über Wurzeln und Felsbrocken zu springen.

Im Eibsee liegen acht kleine und mit Bäumen bewachsene Inseln. Eine davon wurde zur Hochzeitsinsel auserkoren, es finden standesamtliche Trauungen statt. Der See selbst gehört der Familie Rieppel. Vor rund 130 Jahren hat ihn Urgroßvater für zehntausend Goldmark gekauft. Da Erbe bekanntlich verpflichtet, kümmert sich Peter Rieppel gewissenhaft um den Erhalt von Flora und Fauna, Wasserqualität und mehr. Mit Hilfe der Fischereibeauftragten wurde der Bestand der Fische im See aufgenommen. Jedes Jahr wird nachgesetzt, hauptsächlich Renken, Saibling und Forellen.

Damit die Fische nicht allein zum Selbstzweck im Eibsee schwimmen, landen einige von ihnen in der Küche des Eibsee-Hotels. Eine fangfrische Renke mundet köstlich, wird naturbelassen nur mit Salz, Pfeffer, Petersilie und Zitrone gebraten und mit Spinat und in Butter geschwenkten Kartoffeln serviert – eine leichte, aber leckere Stärkung für die Wanderer und Balsam für alle fünf Sinne.