Alpiner Anti-Kater-Tipp Indische Fischsuppe in der Valepp
Wer am Spitzingsee an schönen Tagen einen Parkplatz finden will, der sollte früh dran sein, denn der größte Hochgebirgssee Bayerns ist gerade im Winter ein gefragtes Ziel. Skifahrer, Skitourengeher, Langläufer, Schlittenfahrer drängen sich in den winzigen Bergort, doch wer nur ein paar hundert Meter in das Hochtal der Valepp hinein wandert, ist plötzlich weg vom Trubel.
Unterwegs finden die Frischlufthungrigen gemütliche Berghäuser zum Einkehren wie zum Beispiel das Blecksteinhaus. Hier, mitten in den Schlierseer Bergen, gibt es eine ganz besondere Suppen, passend für den Aschermittwoch und die anstehende Fastenzeit: eine echte indische Fischsuppe.
Die Wanderung durch das Hochtal der Valepp ist angesichts der jüngsten Schneemengen ein echter Wintertraum. Almhütten und Berghütten ducken sich in die Landschaft, eine Langlaufloipe schlängelt sich durch die Landschaft neben der Valepp, dem einzigen Fluss Bayerns, der nach Süden fließt. Bis zur Tiroler Grenze kann man wandern, bis zum Forsthaus Valepp, wo einst tausende Baumstämme ins Tiroler Inntal getriftet wurden. Eine Hirschfütterung liegt am Weg und ein bisserl versteckt im Wald ein gemütliches bayerisches Berghaus: das Blecksteinhaus. Wanderer und Skitourengeher kehren hier gern ein, denn was gibt es Schöneres als in der Winterkälte am Kachelofen eine heiße Suppe zu genießen!
Das Blecksteinhaus ist zwar eine typisch bayerische Berghütte, dennoch ist hier etwas anders. Der Wirt vom Blecksteinhaus heißt nicht Sepp, Hans oder Peter, sondern Kollol Mayunda und ist Halbinder. Sein Vater ist in den frühen 60er-Jahren aus Indien ausgewandert, wollte in Europa Maschinenbau studieren, blieb dann zunächst in der Schweiz hängen, kam später nach Deutschland, wurde zum IT-Fachmann geworden und zu einem der ersten Programmierer in Deutschland. Seit zehn Jahren bewirtschaftet die Familie Mayunda das Blecksteinhaus.
Neben den bayerischen Schmankerln steht auch eine echte indische Suppe auf der Speisekarte: Dal mit Fisch. Zubereitet wird die Spezialität von Carmen Mayunda. Grundlage der Fischsuppe sind gelbe Linsen, sie sorgen auch für die kräftige gelbe Farbe. Die Linsen werden mit kaltem Wasser und mit einer Chilischote angesetzt, als Gewürze kommen Kumin und Haldi dazu. Dann muss das Ganze eine halbe Stunde kochen, bis die Linsen zerfallen. In der Zwischenzeit werden Gewürze vorbereitet und in Butterschmalz geröstet, darunter fünf Lorbeerblätter und Panschforum sowie Senf-, Kumin- und Zwiebelsamen.
Leuchtend gelb blubbert das Dal im Eisentiegel auf dem Herd. Jetzt fehlt nur noch das Wichtigste: der Fisch. Carmen Mayunda verwendet Karpfen und würzt ihn mit Haldi, Gelbwurz. Dann wird der Fisch in heißem Öl gebraten und in Scheiben geschnitten. Besonders wichtig ist dabei der Fischkopf, denn der verleiht der Suppe einen besonderen Geschmack. Ist der Fisch gar, kommt er in die Suppe hinein. Auf die fertige Suppe streut die Wirtin noch Koriander und fertig ist die indische Fischsuppe in einer oberbayerischen Berghütte. Das Rezept stammt übrigens original aus Indien, aus der bengalischen Küche. Dal mit Fisch gibt es im Blecksteinhaus aber nicht jeden Tag, die indische Fischsuppe muss vorbestellt werden und bleibt auch die einzige kulinarische Ausnahme. Ansonsten gibt es beste bayerische Schmankerl, denn ein Tandoori-Restaurant soll aus dem Blecksteinhaus nicht werden.
Mehr Informationen sind unter www.blecksteinhaus.de zu finden.

Wetter





