Bayern 1 - Rucksackradio

Bündner Gerstensuppe Suppenschorsch & Eintopfkathi

Es gibt kaum etwas Schöneres an kalten Wintertagen als von draußen hereinzukommen und sich die durchgefrorenen Hände an einer warmen Suppenschale zu wärmen.

Stand: 11.02.2012
Bündner Gerstensuppe | Bild: BR, Viktoria Wagensommer

Skitourengeher sind von der Talstation der Hochgratbahn bis zum Staufnerhaus etwa zwei Stunden unterwegs.

Und wenn die Suppe so gut schmeckt wie die „Bündner Gerstensuppe“ auf dem Staufnerhaus bei Oberstaufen, dann ist das Glück des Tourengehers perfekt. Meist wissen sie schon, was sie bestellen: das Hüttengericht, die „Bündner Gerstensuppe“. Sie hat einen hervorragenden Ruf in Tourengeherkreisen.

Hüttenwirt Christoph Erd hat die Gerstensuppe ganz oben auf die Speisekarte geschrieben. Sie zählt zu den meistbestellten Gerichten – im Winter wie im Sommer.

Aus der Schweiz importiert

Das Rezept für die Suppe hat der Hüttenwirt aus der Schweiz mitgebracht, als er dort als Koch gearbeitet hat. Zum ersten Mal gegessen hat er die Suppe allerdings auf einer Hütte. Dort hat sie ihm so gut geschmeckt, dass er sich gedacht hat: Wenn ich mal Hüttenwirt bin, dann werde ich die Gerstensuppe kochen.

Dabei steckt eine ganze Menge Arbeit drin: Gelbe Rüben werden in Stifte geschnitten, Sellerie wird zu hauchdünnen Streifen verarbeitet, dann werden Zwiebeln und Knoblauch gehackt und alles zusammen in einem großen Topf angeschwitzt. Es dampft und zischt und schließlich kommt der Speck dazu, Wasser und die wichtigste Zutat: die Gerste. Dabei ist es wichtig, dass die Gerste mindestens einen Tag vorher „eingeweicht“ wird.

Neue Kraft für den Gipfelaufstieg

Während der Hüttenwirt kocht, sitzt sein vierjähriger Sohn Hannes auf der Ablage nebendran. Er findet den dampfenden Topf spannend und am Schluss darf er sogar eine der wichtigsten Aufgaben übernehmen: das Würzen. Aus einem Schälchen kippt er eine vorbereitete Mischung aus Salz, Pfeffer und Muskat in die Suppe, dann rührt er kräftig um. Nach einer halben Stunde Köcheln fehlt nur noch ein Schuss Sahne, dann kommen die Teller mit etwas Petersilie dekoriert auf den Tisch. So mancher Gast hat das Gefühl, dass mit der Gerstensuppe die Kraft zurückkommt, die er am Berg gelassen hat. So gestärkt, geht’s auf den Tourenski noch bis zum Hochgrat-Gipfel.