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Windrad für daheim Allgäuer entwickelt Kraftanlage fürs Dach

Das wäre ein Traum: Ein kleines Windrad dreht sich auf dem Dach und liefert geräuschlos den Strom für Waschmaschine, Geschirrspüler oder Licht. Mit einer Entwicklung aus dem Allgäu wird der Traum jetzt Wirklichkeit.

Stand: 07.02.2012
Windrad für daheim | Bild: MRT Wind Dösingen

Der britische Mechatronik-Ingenieur Neil Cook zeigt in seiner Werkstatt der Firma MRT Wind in Dösingen voller Stolz auf seine ganz spezielle Windmaschine. An einer zwei Meter hohen Leichtmetall-Stange sind insgesamt 20 Kunststoffschaufeln befestigt. Diese 50 Zentimeter breiten Windfänger sind spiralförmig angeordnet um die senkrecht stehende Welle.

"Der große Vorteil von diesem Windrad: Es braucht keine spezielle Windrichtung,es nimmt den Wind von allen Richtungen, vorn, hinten, unten, oben."

Neil Cook, Ingenieur

Es handelt sich bei dieser Windmaschine um eine Variante des bei Technikern bekannten Savonius-Windrades. Zwei massive Lager halten die stehende Welle. Sie dreht sich ganz leicht, zur Schmierung wird Spezialfett aus der Weltraumtechnik verwendet. Als Besonderheit dieser Windmaschine sieht der 41jährige Entwickler aber nicht die Standfestigkeit bei einem Orkan. Vielmehr sorgen neu entwickelte Software und spezielle Schaltungen im Generator für einen ganz geringen Anfangswiderstand, so dass dieser besondere Propeller bereits ab einer sehr niedrigen Windgeschwindigkeit von 1,6 Metern pro Sekunde Strom erzeugt und so im Schrebergarten oder am Berghotel eingesetzt werden kann.

Die erzeugte Leistung reicht von wenigen Watt bis zu maximal 1.300 Watt. Bei einem Durchschnittswind mit vier Metern pro Sekunde erbringt eines dieser Windräder auf einem Hausdach in Finning am Ammersee einen Jahresertrag von knapp 1.700  Kilowattstunden, in Kempten bei durchschnittlich fünf Metern pro Sekunde knapp 2.200 Kilowattstunden. Das Einsparpotential an Stromkosten liegt also bei  einigen hundert Euro. Steffen Riedel vom Energiezentrum Allgäu freut sich über die Alternative, warnt aber vor zu hohen Erwartungen.

Nicht zu hohe Erwartungen

Die Hauswindräder am Firmendach

Die Investition in eine Photovoltaikanlage oder in ein großes  Windrad ist bei den aktuellen Strompreisen, und Einspeisevergütungen wirtschaftlicher. Der bayerische Windatlas weist zudem nur in wenigen Bereichen in zehn Metern Höhe eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mehr als  zwei bis drei Metern pro Sekunde aus. Das Potential ist also begrenzt, hängt stark vom Standort ab.

Entwickler Neil Cook weiß natürlich, dass seine Windkraftanlage nur eine Lösung im Zusammenspiel mit vielen anderen für die Energieprobleme dieser Erde ist. Er bekommt bereits Anfragen aus allen Regionen der Welt, entwickelt schon weitere Modelle mit verschiedener Leistung. Die derzeit lieferbare Windmaschine kostet übrigens 7.000 Euro plus Montage, bestellbar in allen denkbaren Farben, auch im bayerischen Weiß-Blau.