Tegelberg-Unglück Tegelbergbahn trifft Betroffene des Unglücks
Ein dreiviertel Jahr ist das Gondeldrama am Tegelberg im Ostallgäu jetzt her: Damals verfing sich ein Gleitschirmpilot im Tragseil der Bahn und 20 Menschen mussten die Nacht in einer festsitzenden Gondel ausharren. Die Ermittlungen dauern noch an.
Ein dreiviertel Jahr nach dem Gondeldrama am Tegelberg im Ostallgäu hat die Staatsanwaltschaft Kempten Strafbefehl gegen den Gleitschirmpiloten beantragt. Dem Piloten wird fahrlässige Gefährdung des Luftverkehrs, fahrlässiger Eingriff in den Bahnverkehr sowie fahrlässige Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen. So soll er damals die Bremsleinen seines Tandem-Gleitschirms vor dem Start verschlungen ausgelegt haben und damit mit einem nicht flugfähigen Gerät gestartet sein. Der Mann hatte einen Kameramann für Filmaufnahmen transportiert und war in den Seilen der Tegelbergbahn hängen geblieben. Der Kameramann hatte sich dabei Prellungen und Quetschungen zugezogen, ein Bergbahn-Passagier "verdrehte" sich beim Abseilen durch die Bergwacht das Knie.
Tegelbergbahn-Geschäftsführer will klagen
Tegelbergbahn-Geschäftsführer Franz Bucher teilte mit, dass die Tegelbergbahn eine Zivilklage gegen den mittlerweile 55-jährigen Schweizer Gleitschirmpiloten anstrengen werde, um den Verursacher des Großeinsatzes - und der dreitägigen Betriebsunterbrechung der Seilbahn - finanziell zur Verantwortung zu ziehen. Außergerichtliche Einigungsversuche in den vergangenen Monaten sind offenbar gescheitert. Der Verursacher hat, so Bucher, bisher keinen Schadensersatz geleistet. Er hatte für seine "professionelle Beförderung" von Passagieren im Tandem-Gleitschirm angeblich weder eine Haftpflicht- noch eine Passagierversicherung abgeschlossen.
Die Kosten, die der Tegelbergbahn und den Rettern entstanden sind, beziffert Bucher auf insgesamt 120.000 Euro. 95.000 Euro will die Bergbahn einklagen und den Piloten notfalls auch zwingen, seine Vermögensverhältnisse offen zu legen, bzw. einen Offenbarungseid (eidesstattliche Erklärung) zu leisten.
Kleiner Ausgleich - Kostenloser Kurzurlaub
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Auf Einladung der Tegelbergbahn und der Gemeinde Schwangau verbringen 19 vom Gleitschirmunfall im vergangenen August betroffene Fahrgäste noch bis Sonntag einen kostenlosen Kurzurlaub in der Ostallgäuer Gemeinde. Mit dabei sind außerdem ein Mann, eine Frau und ein Mädchen, die die spektakuläre und schwierige Retttungsaktion ihrer Angehörigen vom Tal aus miterlebten. Gemeinde und Tegelbergbahn wollen mit der Einladung einen kleinen Ausgleich bieten für den im letzten Jahr beeinträchtigten Urlaub, bzw. für die Nervenbelastung während des großen Rettungseinsatzes.
Speisen, Fahren, Baden, Besichtigen
Zum Programm zählt ein gemeinsames Mittagessen am Freitag - samt Seilbahnfahrt zur Bergstation auf den Tegelberg. Eingeladen sind auch zwei Bergwachtmänner, die maßgeblich an dem Rettungseinsatz im vergangenen Jahr beteiligt waren. Die eingeladenen Fahrgäste wurden am Donnerstagnachmittag durch Tegelbergbahn-Geschäftsführer Franz Bucher und Bürgermeister Reinhold Sontheimer begrüßt. Dabei wurden auch Gutscheine für den Besuch des örtlichen Thermalbades, für die beiden Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie für eine weitere Fahrt auf den Tegelberg - zum Beispiel für eine Wanderung - überreicht.

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