Bayern 1 - Mittags in Schwaben

Günzburg Störche überwintern auf dem Kamin

Zwischen Oberstadt und Unterstadt in Günzburg liegt das alte Lutzareal. Der Kamin der alten Spenglerei raucht schon lange nicht mehr. Viele Meter reicht der gelbe Turm in die Höhe. In 200 Meter Luftlinie steht Christine Halder hinter ihrer Gardine. Seit 40 Jahren schaut sie täglich aus diesem Fenster. Seit einer Woche gibt es dort Störche.

Stand: 14.02.2012
Drei Störche auf einem Dachfirst stehen versetzt nebeneinander | Bild: picture-alliance/dpa

Nicht nur Bayern 1-Reporterin Jenny Kramer sieht die Störche jetzt häufiger, das geht vielen Günzburgern so. Christine Halder ist 74 Jahre alt. Früher betrieb sie mit ihrem Mann das inzwischen leere Café unten direkt an der Straße. Heute ist sie im Ruhestand. Jetzt, da es kalt ist, kocht sie sich Ingwertee und geht in ihr kleines Wohnzimmer - und nimmt Platz im gemütlichen Sessel direkt am Fenster. Vor wenigen Tagen zog ein großer Schatten daran vorbei.Ein Storchenpaar hatte sich auf den alten Kamin gesetzt. Sie müssen aus Richtung Leipheim gekommen sein, denkt Christine Halder.

Christine Halder freut sich über ihre neuen Nachbarn. Schon vor ein paar Jahren war ihr das Herz aufgegangen: Da hatte ein anderes Storchenpaar versucht, auf dem Kamin ein Nest zu bauen. Aber dann hat es den Weißstörchen nicht recht gefallen und sie sind weitergezogen.

Auch Störche mögen's warm

Das neue Storchenpaar aber scheint hier heimisch zu werden. Jeden Tag kommt es angeflogen. Seit ein, zwei Tagen sind sie sogar zu dritt. Dann am Abend lassen sich zwei Störche nieder und übernachten auf dem Turm. Das ist ein guter Aussichtspunkt. Auf jeden Fall ist es mitten in Günzburg wärmer als auf dem Land. Das Storchenpaar, das auf dem Turm übernachtet, zieht gegen halb neun in der Früh wieder los, um hoffentlich am Abend wieder zurückzukommen.